• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Ihr Ziel eint Studierende aus aller Welt

18.09.2019

Oldenburg 24 Studentinnen und Studenten aus 18 Ländern, wie etwa Kolumbien, Kamerun, Afghanistan oder Ägypten sind derzeit im zweiten Semester des Postgraduate Programme Renewable Energy (Erneuerbare Energien) (PPRE) an der Universität Oldenburg eingeschrieben. Schon diese Daten zeigen, dass PPRE etwas Besonderes ist. Auch der Zusammenhalt zwischen den Absolventen ist außergewöhnlich. „Wir sind nicht nur Teilnehmende an einem Programm, wir sind eher wie eine Familie“, beschreibt es Hamid Rasuli aus Afghanistan. „Wir haben alle ein gemeinsames Ziel – die Umstellung auf erneuerbare Energien. Das schafft eine Verbindung – auch wenn ich einen PPRE-Absolventen irgendwo auf der Erde besuche, der vielleicht in Oldenburg studiert hat, als ich noch gar nicht geboren war.“

Denn das Programm gibt es bereits seit 1987. Seitdem ist es laufend weiterentwickelt worden. „Die Dozenten sind sehr engagiert. Sie bitten uns häufig um Feedback und reagieren auch darauf“, berichtet Claus Steinenboehmer aus Argentinien. So ist beispielsweise die Dauer von drei auf vier Semester aufgestockt worden und die Studierenden organisieren ihre Exkursion selbst. Normalerweise übernehmen das die Lehrenden. Anna von Brandis aus Deutschland sieht die Regelung von PPRE positiv: „So können wir die Firmen und Institute besuchen, die uns wirklich interessieren.“

Das Besucherbergwerk in Ramsbeck im Sauerland war die erste Station ihrer Exkursion in diesem Sommer. Was hat ein Bergwerk mit erneuerbaren Energien zu tun? „Die Rohstoffe für die Anlagen, mit denen erneuerbare Energien erzeugt werden können, und für Batterien, um Strom aus Windkraft- und Solaranlagen zu speichern, müssen auch gewonnen werden“, erklärt Hamid Rasuli. „Der Besuch hat uns deutlich gezeigt wie energieintensiv dieser Abbau ist. Diese Energie muss auch irgendwo herkommen.“ Da die Entwicklung leistungsfähiger Batterien derzeit zu den brennendsten Themen in diesem Bereich gehört, besuchten die Studenten und Studentinnen auch die Recyclingabteilung eines Batterieherstellers.

Besonders beeindruckt hat alle der Vortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind, ehemaliger Präsident der Uni Oldenburg und aktuell Präsident des Wuppertal Instituts, das auch auf dem Exkursionsprogramm stand. „Ich versuche auch mit Blick auf die Energiewende optimistisch zu sein, aber wenn ich sehe wie Politiker und viele Menschen handeln, fällt mir das manchmal schwer“, erzählt Anna von Brandis. „Herr Schneidewind aber flutete den Raum mit Optimismus. Bei ihm ist kein Platz für Zweifel, da sein Einsatz für die Umstellung auf erneuerbare Energien seine ganze Kraft fordert. Er meinte, wer soll es tun, wenn wir es nicht machen? Und er wolle seinen Enkeln einmal sagen können, dass er zumindest alles versucht habe.“ „Die Dosis Optimismus, die wir von ihm bekommen haben, reicht für die nächsten Monate“, ist sich Claus Steinenboehmer sicher.

Die Diskussionen beim abendlichen Abschluss-Meeting mussten nach dem Besuch des Wuppertal Instituts mehrmals gebremst werden. „Sie sprengten einfach den zeitlichen Rahmen“, so Anna von Brandis. Gespräche über verschiedenste Themen sind bei den Programmteilnehmern sowieso angesagt. „Es ist unglaublich interessant, mit Leuten aus allen Teilen der Erde und aus verschiedenen Kulturen zu diskutieren. Da denkt man, die eigene Meinung ist richtig und stellt plötzlich fest, dass sie nur ein Blickwinkel von mehreren ist“, zeigt sich Anna von Brandis begeistert.

Ein Diskussionsthema ist beispielsweise, wie die Energiewende in der Bevölkerung ankommt. Am Wuppertal Institut etwa wurde das Konzept für Bottrop als Smart City entwickelt. Die Wissenschaftler analysierten auch, inwieweit die Bevölkerung das Projekt akzeptiert und sich daran beteiligt. Dabei kam heraus, dass die Akzeptanz hoch, die Beteiligung aber vergleichsweise niedrig war.

Setzt sich PPRE denn ausreichend mit gesellschaftlichen Aspekten erneuerbarer Energien auseinander? „Sie nehmen auf jeden Fall mehr Raum ein als in anderen technischen Studiengängen“, so Anna von Brandis. „Ich denke, sie sollten eine größere Rolle spielen“, erklärt Pedro Durán aus Chile. „In Bottrop ist die Akzeptanz vermutlich vor allem so hoch, weil das Land Nordrhein-Westfalen viel Geld in das Projekt investiert hat. Außerdem hatte die Stadt gerade ihre Identität als Bergarbeiter-Stadt verloren und war quasi auf der Suche nach einer neuen. Insgesamt ist die technische Komponente der Energiewende viel weiter fortgeschritten als die Einbindung in die Gesellschaft. Deshalb sollte die Schnittstelle zwischen technischen Lösungen und gesellschaftlichen Strukturen mehr Aufmerksamkeit bekommen.“

Bisher haben mehr als 500 Teilnehmende aus über 85 Ländern, vor allem aus Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika das Studienprogramm erfolgreich absolviert. Ziel ist, den Studierenden die Nutzung erneuerbarer Energiequellen in Grundlagen und Anwendung zu vermitteln.

Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.