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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Wie Wissen entsteht und sich verändert

08.05.2019

Oldenburg Woher beziehen wir unser Alltagswissen? Welches Wissen geben wir weiter, welches verlieren wir? Wie sensibilisieren oder manipulieren uns Menschen, Medien und Moden heute und in der Vergangenheit? Mit diesen Fragen setzen sich Studentinnen und Studenten der Universität Oldenburg in ihrer Ausstellung „WIE WIR WISSEN – Schnittstellen zwischen Forschung und Alltag“ auseinander.

Dazu laden sie die Besucherinnen und Besucher in eine Wohnung mit Flur, Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer sowie einem Bad und Garten ein, die sie im Schlauen Haus in Oldenburg aufgebaut haben. „Wir haben uns ganz bewusst für eine Wohnsituation als Ausstellungsgestaltung entschieden, weil wir eine Ausgangssituation schaffen möchten, zu der möglichst viele leicht einen Zugang finden“, erläutert Studentin Julia Bokermann.

Die Ausstellung ist Teil des Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“. Zehn Studierende haben sie komplett geplant, die Finanzierung gesichert, die Ausstellungsgegenstände zusammengetragen beziehungsweise selbst gebaut, gestrichen oder tapeziert. „Wir können jetzt alle eine Wohnung renovieren“, meint Studentin Saskia Benthack schmunzelnd.

„Wir haben alle Arbeiten, die zu einer Ausstellungsverwirklichung gehören, einmal selbst gemacht und wissen daher, dass sie alle gleich wichtig sind. Das hilft uns sicher später im Beruf, etwa als Kuratorinnen oder Kuratoren, mit allen Beteiligten auf Augenhöhe zu sprechen“, so Student Alexander Duschek.

Einzige Vorgabe war, dass einige der über 50 weitgehend unbekannten Sammlungen der Uni Oldenburg mit einfließen. Um von dem angestaubten, wissenschaftlich elitären Image wegzukommen, das diesen anhaftet, haben sich die Studierenden dafür entschieden, diese mit alltagsrelevanten Themen zu verknüpfen.

Jeder Raum ist einem anderen Wissensbegriff gewidmet. So geht es im Wohnzimmer um das Thema „Austausch“ – medial wie auch zwischen Menschen und Generationen. Das Badezimmer befasst sich mit Körpergefühlen und mit deren Tabuisierung, etwa der Menstruation.

Um „Verkleidung“ dreht es sich im Schlafzimmer. Dort findet sich im Schrank etwa ein Korsett, das einschnürt. Im Kinderzimmer stehen Erziehung und Moral im Mittelpunkt. Kulturpflanzen werden im Garten aufgegriffen – von Arzneipflanzen bis hin zur Genmanipulation.

Ein begehbarer Schaukasten in Form eines schwarzen Kubus zeigt Exponate weiterer Sammlungen und informiert darüber, wie diese der Wissensvermittlung und Forschung dienen. „Als wir den Kubus zum ersten Mal probehalber aufgebaut haben, hat das neun Stunden gedauert – aber es hat geklappt“, erzählt Saskia Benthack.

In kleiner Form findet sich der Kubus in jedem Raum wieder und bietet weitere Infos zu den Sammlungen der Uni, wie etwa der medizinischen oder musikwissenschaftlichen sowie der Sammlung zur textilen Alltagskultur mit Kleidern aus unterschiedlichen Jahrzehnten.

„Wir möchten mit dieser Ausstellung zum Austausch und zum Nachdenken anregen. Diese Arbeit ist auch für uns ein Lernprozess. Wir wollen nicht belehren, sondern freuen uns, wenn Besucherinnen und Besucher auf uns zukommen und zum Beispiel sagen woran sie sich gestoßen haben, was sie anders oder vielleicht genauso sehen“, führt Alexander Duschek aus.

So lief es auch während der Entstehung der Ausstellung. „Wir sind ja bunt zusammengewürfelt und mussten jetzt ein Jahr sehr eng zusammenarbeiten. Da war es nicht selbstverständlich, dass alles so gut läuft, wie es der Fall ist“, sagt Saskia Benthack. „Wir haben diskutiert und diskutiert und schließlich abgestimmt – alles wurde basisdemokratisch entschieden. Auch wenn es mal hoch herging, sind wir anschließend zusammen in die Mensa gegangen. Wir haben auf jeden Fall gelernt, die eigene Meinung auch mal hintanzustellen, wenn die Mehrheit anders entscheidet.“

Eröffnetwird die Ausstellung „WIE WIR WISSEN“ am 11. Mai um 16 Uhr im Schlauen Haus in Oldenburg. Dort ist sie bis 31. Mai montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 16 Uhr zu sehen.

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