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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Lernen: Spicker schreiben und Schokolade futtern

23.01.2013

Köln Faulenzen in den Semesterferien? Von wegen! Bei vielen der 2,5 Millionen Studierenden in Deutschland steht dann die nächste Klausurenphase an. Lernstress oder Panik lassen sich in dieser Phase aber vermeiden. Hier kommen zehn Kniffe für die Uni-Klausur.

  Der frühe Vogel fängt den Wurm: Es ist eigentlich selbstverständlich. Otto Normalstudent macht es aber auch im fortgeschrittenen Semester gern noch falsch. Das A und O ist es, rechtzeitig anzufangen. „Im Zweifel also jetzt“, sagt Martin Schuster, Psychologe und Autor des Buches „Besser lernen“.

 Lernplan machen: Nachdem der Lernstoff eingegrenzt ist, sollte man ihn portionieren. „Dann schaue ich mir an: Wie viele Tage habe ich Zeit zum Lernen – Feiertage am besten schon mal herausstreichen“, rät Kerstin Zimmermann, Lernberaterin an der Uni Regensburg. Die Lern-Häppchen verteilt man gleichmäßig auf die einzelnen Tage und hält sie im Kalender fest.

 Texte zusammenfassen: Aufzeichnungen aus Vorlesungen kann man zur Not von Kommilitonen kopieren. Texte selbst zusammenzufassen, steigert aber den Lerneffekt. „Den Text einmal komplett durchlesen und dann festhalten: Was sind die Hauptaussagen?“, empfiehlt Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen. „Dann den Text noch einmal durchlesen und die Details herausschreiben.“

  Merkhilfen: Der Lernstoff lässt sich leichter merken, wenn er mit Emotionen verbunden wird. Das lässt sich zum Beispiel erreichen, indem man ihn in einen persönlichen Kontext setzt: Wo begegnet mir etwa diese chemische Verbindung im Alltag?

 Den Lernstoff wiedergeben: Viele nehmen beim Lernen den Stoff nur auf. Sie üben aber nicht, ihn wiederzugeben. „Ich muss mich innerlich immer wieder abfragen: Was habe ich da gerade gelernt?“, betont Schuster. Hilfreich sind große Plakate in der Wohnung, auf die man die Fragen zum Lernstoff schreibt. Sieht man die Frage im Vorbeigehen, versucht man sie unbewusst zu beantworten.

 Den Lerntag strukturieren: Den ganzen Tag in der Bibliothek alleine vor sich hinzulernen, ist selten effektiv. Die ideale Aufteilung eines Lerntags ist diese: Vormittags in der „Bib“ alleine lernen, mittags mit Freunden in der Mensa essen und nachmittags das Gelernte gegenseitig abprüfen, rät Zimmermann.

 Pausen machen: Manche Studenten können den ganzen Tag durchlernen. „In der Regel sollte man aber nach ein bis zwei Stunden intensiven Lernens eine Pause von rund zwanzig Minuten einlegen“, sagt Zimmermann. Schlechte Pausenbeschäftigungen sind fernsehen, im Internet surfen oder Videospiele. „Die Reizüberflutung kann das Gelernte schnell überschreiben“, warnt Hüther.

  Schokolade als Belohnung: Die ideale Ernährung zum Lernen sei bisher noch nicht gefunden, sagt Psychologe Schuster. „Kaffee wird als Wachmacher geschätzt – das Koffein kann aber bei ängstlichen Personen die Nervosität verstärken.“ Schokolade beruhigt die Nerven, macht aber dick. Mit einem kleinen Stückchen Schokolade als Belohnung für zwei Stunden lernen kann sich der Student aber selbst motivieren.

 Letzter Tag vor der Klausur: An diesem Tag sollten Studenten nichts Neues mehr lernen, sondern den bisherigen Stoff wiederholen. Gute Methode dafür: Einen oder mehrere kleine Spickzettel schreiben. „Wenn man in kleiner Schrift schreibt, muss man sich besonders auf das Rekapitulierte konzentrieren“, so Schuster. Den Spicker lässt man später aber zu Hause.

 Ausreichend Schlaf: Vor der Prüfung sollte man sich rund sieben Stunden Schlaf gönnen. „Wenn es etwas weniger ist, sorgt das Adrenalin dafür, dass man wach bleibt“, beruhigt Zimmermann. Eine komplette Nachtschicht vor der Prüfung ist aber wenig ratsam: 24 Stunden ohne Schlaf schwächen den Körper wie 1,0 Promille Alkohol im Blut.

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