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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Studierende als Unternehmensgründer

24.09.2014

Oldenburg Der „Gründomat“ in der Cafeteria der Uni Oldenburg erinnert an einen Snackautomaten, wie sie in Bahnhöfen stehen. Doch statt Essen gibt es hier – so die Aufschrift – „Originelle Produktideen aus der Uni“. Aber was ist ein „Gründomat“?

Die Bedienung des „Gründomaten“ ist ganz einfach: Geld rein, Produkt anwählen und schon purzelt einem mehr oder weniger Nützliches entgegen: Ein Jutebeutel mit der Aufschrift „Ich werde Lehrer wegen der Ferien“, der Energydrink „Freigeist“, der für einen klaren Kopf nach der Zechtour sorgen soll, verrückte Wasserpistolen in Goldfischform oder praktische Handyladekabel getarnt als Schlüsselanhänger.

Doch was haben diese Produkte mit der Universität Oldenburg zu tun? Prof. Dr. Alexander Nicolai, Stiftungsprofessor für Entrepreneurship an der Uni Oldenburg, und sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dirk Brunnberg geben Auskunft. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler haben den „Gründomaten“ entwickelt. Im vergangenen Semester boten sie das Seminar „Gründungsmanagement – Eine Einführung für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler“ an. „Wir wollten eine handfeste Einführung in die Grundlagen der BWL und in das Gründungsmanagement geben – Kalkulation eines Produkts, Einkauf, Marketing. All diese Elemente kann man wunderbar mit dem ,Gründomaten‘ durchdeklinieren“, erklärt Nicolai.

Aber wieso sind Goldfischwasserpistolen, Anti-Stressbälle und Jutebeutel in dem Automaten? „Wir haben den Studierenden die Aufgabe gegeben, ein Produkt zu finden, das die Bedürfnisse der Studierenden weckt“, so Brunnberg. Das Produkt musste nicht innovativ sein. Es musste sich einfach verkaufen. So brüteten Studierende der Mathematik, der Wirtschaftsinformatik und des Lehramts über ihren Produktideen.

Und wie in der Wirtschaft wurden diese Ideen dann auch präsentiert: Stückkostenkalkulation, Preiskalkulation, Preisfindung. All die Überlegungen und Berechnungen flossen letztendlich in die Produktfindungsphase ein. „Es waren wirklich kreative Köpfe dabei. Und es hat Spaß gemacht zu sehen, wie manche plötzlich Blut geleckt hatten und unbedingt ihr Produkt möglichst wirtschaftlich an den Mann bringen wollten“, betont Brunnberg.

Mit einer Anschubfinanzierung, die die Universität zur Verfügung stellte, konnten die Studierenden ihre Produkte einkaufen. Dabei wurden kreative Wege genutzt. Beispielsweise gingen sie Kooperationen mit Oldenburger Unternehmen ein, um die Produkte preiswerter zu beziehen. „Die Studierenden waren überrascht, wie hoch beispielsweise die Gewinnspanne im Vertrieb ist, an welchen Stellen im Warenkreislauf man Geld verdienen kann, wenn man geschickt und clever agiert“, berichtet Nicolai.

Die Verkaufsschlager des „Gründomaten“ waren die Jutebeutel und natürlich die Handyladekabel. Aber auch die Goldfischwasserpistole fand ihre Abnehmer. Einen richtigen Ladenhüter gibt es im „Gründomaten“ bisher nicht. „Jede Gruppe hat ihre Anschubfinanzierung reingeholt – was auch Grundvoraussetzung des Projekts war. Schließlich wollen wir im kommenden Jahr erneut das Seminar anbieten“, lacht Nicolai. Dann wird die Uni Oldenburg wohl nicht mehr die einzige sein, die dieses Seminar anbietet, denn es haben bereits mehrere Hochschulen Interesse an dem Lernmodul und dem „Gründomat“ bekundet.


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