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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Nachteilsausgleich hilft auch im Beruf

24.01.2019
Frage: 21 000 Studentinnen und Studenten mit einer studienrelevanten Beeinträchtigung haben an der best2-Studie des Deutschen Studentenwerks teilgenommen. 89 Prozent von ihnen geben an, Schwierigkeiten im Studium zu haben, vor allem im Zusammenhang mit Prüfungen und der Studienorganisation. Aber nur 29 Prozent haben einen Nachteilsausgleich beantragt. Warum sind das so wenig, wo doch zum Beispiel mehr Zeit für eine Prüfung sehr hilfreich sein könnte?
Wiebke Hendeß: Für viele ist so ein Antrag eine hohe Schwelle, denn den meisten sieht man ihre Beeinträchtigung nicht an. Viele denken auch, dass sie gar nicht berechtigt sind. Das gilt zum Beispiel für viele Studierende mit Konzentrationsschwierigkeiten oder einer seelischen Erkrankung. Dazu kommt die Scheu vor einer Extrawurst und davor, sich zu outen: Die anderen gehen raus und ich bleibe sitzen und schreibe noch. Außerdem muss sich an der Uni jeder selbst um einen Nachteilsausgleich kümmern.
Frage: Deswegen kommen Studenten doch am besten zu Ihnen?
Hendeß: Ja, und das am besten schon vor Studienbeginn. Ein Jahr vorher ist perfekt, denn es gibt viel zu organisieren, wie etwa eine rollstuhlgerechte Wohnung oder eine notwendige Assistenz. Es erleichtert auch den Studienstart, der ja für alle Studenten stressig ist, wenn man vorher möglichst viele Informationen einholt. Für einen Autisten etwa kann die Orientierungswoche eine Riesenherausforderung sein. Da hilft es, wenn man sich vorab informiert hat, sodass man sich den Kneipenabend vielleicht schenken kann.
Frage: Noch einmal zurück zu den Nachteilsausgleichen: 73 Prozent der Studenten, die sie in Anspruch genommen haben, bewerten sie als sehr hilfreich. Also lohnt es sich doch . . .
Hendeß: Auf jeden Fall, denn Nachteilsausgleiche helfen nicht nur, das Studium zu schaffen, sondern auch, das vorhandene Wissen abzurufen. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Noten aus – was es leichter macht, einen guten Job zu finden. Für künftige Arbeitgeber hat es außerdem den Vorteil, dass ihr neuer Mitarbeiter genau sagen kann, welche Bedingungen er oder sie braucht, um sehr gute Leistung zu bringen.
Frage: Denken Sie, dass die eingangs genannten Zahlen auch auf Oldenburg zutreffen?
Hendeß: Ja, denn Oldenburg ist schon sehr beliebt. Das liegt sicher unter anderem daran, dass die Barrierefreiheit für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung größtenteils gegeben ist. Hier an der Uni gibt es keine Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Außerdem ist Oldenburg als freundliche Stadt bekannt. Und an der Jade Hochschule herrscht ein recht familiäres Klima.
Frage: Was läuft an den Hochschulen in Oldenburg gut, um Studierenden mit einer Beeinträchtigung das Studium zu erleichtern?
Hendeß: Sehr gut ist zum Beispiel das Beratungsangebot an der Uni. Da gibt es etwa das Referat für Behinderte und chronisch Kranke des AStA oder den Behindertenbeauftragten. An der Jade Hochschule leitet der Vize-Präsident, Markus Wortmann, den Arbeitskreis „Barrierefreie Hochschule“ – Barrierefreiheit ist also Chefsache und kein Nischenthema.
Frage: Und was könnte besser laufen?
Hendeß: Leitsysteme für Blinde und Sehbehinderte fehlen fast gänzlich. Das ist aber an vielen Hochschulen so. Es ist natürlich auch eine große Aktion, so ein Leitsystem an der ganzen Hochschule einzuführen.
Frage: In der best2-Studie haben nur 57 Prozent angegeben, dass sie die spezifischen Beratungsangebote kennen. Warum sind das nicht mehr?
Hendeß: Das liegt sicher häufig an fehlenden Ansprechpartnern. Stellen wie meine, also über mehrere Jahre angestellte Berater, gibt es fast nur an den sehr großen Universitäten. Sonst wird die Beratung meist ehrenamtlich von häufig wechselnden Personen angeboten. Hinzu kommt, dass viele sich nicht angesprochen fühlen. Deshalb betone ich auf meiner Homepage, dass ich auch chronisch Kranke berate, also zum Beispiel Studenten mit Rheuma oder Legasthenie. Deshalb bekomme ich auch Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet.
Wiebke Hendeß berät Studierende der Jade Hochschule, der Hochschule Emden/Leer und der Uni Oldenburg. Ihr Büro befindet sich im Studierenden Service Center (SSC A12, Raum 0-009) der Uni Oldenburg. Sprechzeiten ohne Termin sind montags, mittwochs und donnerstags von 13 bis 15 Uhr, Tel.: 0441/798  2797, E-Mail: behindertenberatung@sw-ol.de

     www.studentenwerk-oldenburg.de/behinderte 
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