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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Unauffällig überwacht mit „Smart Cam“

09.09.2015

Oldenburg „Der öffentliche Raum – sei es Markt- oder Parkplatz, Uni-Campus oder öffentlicher Nahverkehr, Sportveranstaltung oder Volksfest – droht sich in einen visuell und auditiv überwachten Raum zu verwandeln“, sagt Prof. Dr. Jürgen Taeger, Rechtsinformatiker an der Universität Oldenburg.

Möglich machen dies kontinuierlich mit dem Internet verbundene kleine „Smart Cams“ („intelligente Kameras“), die in Brillen oder Schmuck, an Fahrradhelmen oder Auto-Frontscheiben verborgen arbeiten. Sie könnten schon bald das öffentliche Leben komplett digitalisieren: Sich daraus ergebende technische Chancen, gesellschaftliches Konfliktpotenzial und juristischer Regelungsbedarf stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Oldenburg.

Seit kurzem arbeiten darin Wissenschaftler des federführenden Instituts für Rechtswissenschaften mit Partnern aus dem Institut für Sozialwissenschaften und dem An-Institut Offis zwei Jahre lang zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „ChaRiSma“ im Rahmen seiner Ausschreibung „Innovations- und Technikanalyse“ mit mehr als 400 000 Euro.

Interessante Anwendungschancen für „Smart Cams“ sieht Projektleiter Taeger in verschiedenen beruflichen Tätigkeiten und Ausbildungssituationen. Die bedeutendsten Risiken bestünden in schwerwiegenden Eingriffen in Persönlichkeitsrechte von Menschen durch unbemerkte Bild- und Tonaufnahmen. Dabei sei die weitere Verwendung und Verknüpfung der aufgenommenen Daten für Betroffene unkalkulierbar.

„Ob die erfassten Personen das gern sehen, wenn sie gefilmt werden und nicht wissen, was mit den Aufnahmen geschieht und ob sie im Internet verbreitet werden? Das Projekt ChaRiSma geht dieser Frage nach und prüft, ob der Einsatz von sogenannten „Smart Cams“ reguliert werden muss“, so Taeger. Zentrales Ziel des Projekts ist es, rechtliche Regelungserfordernisse zu bestimmen und aufzuzeigen, welche Regelungen die öffentliche Nutzung von den „intelligenten Kameras“ sozialverträglich gestalten könnten.


     www.uni-oldenburg.de/rechtswissenschaften