CAPPELN/CLOPPENBURG - Vier Deutschrussen hatten einen Landsmann zusammengeschlagen. Ob der Angeklagte mitgemischt hat, ist offen.
Von Franz-Josef Höffmann
CAPPELN/CLOPPENBURG - Vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung hat das Cloppenburger Jugendschöffengericht gestern einen 25 Jahre alten Deutschrussen aus Cappeln freigesprochen. Es folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung.Der Angeklagte war zwar wohl dabei gewesen, als vier junge Deutschrussen am 28. Februar 2004 auf offener Straße in Cappeln einen Landsmann zusammengeschlagen hatten. Eine Tatbeteiligung war dem gestern angeklagten 25-Jährigen aber nicht nachweisbar.
Vier Beschuldigte hatten die Tat gestanden, ihre Verfahren waren bereits gegen Geldauflagen eingestellt worden. Der 25-Jährige aber bestritt die Vorwürfe. Er habe dem Opfer nichts getan. Vielmehr habe er den Schwerverletzten nach Hause gebracht.
Diese Tatsache gab dem Gericht gestern Rätsel auf. Zwar bestätigte das Opfer, der Cappelner habe ihn nach der Attacke nach Hause begleitet. Allerdings behauptete es auch, der 25-Jährige habe nicht nur zugeschlagen, er habe den Angriff sogar begonnen.
Kein eindeutiges Bild ergaben die Aussagen der Zeugen und der vier Tatbeteiligten. Zwar behauptete einer der Schläger, der gestern Angeklagte habe mitgeschlagen. Eine Schuld des 25-Jährigen konnte jedoch nicht zweifelsfrei festgestellt werden.
Schwierig blieb vor Gericht die Kommunikation mit dem Opfer, das einige Jahre in Deutschland lebt, aber kein Deutsch spricht. Eine Schöffin übersetzte ins Russische.
