CAPPELN - Menschen mit Migrationshintergrund fördern, und fordern, die Schulung von Integrationslotsen ausweiten, spezielle Programme für Schulen und Integration nachholen, wo sie versäumt worden ist, als die Sprachkurse für Spätaussiedler abgeschafft wurden: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann fehlt es nicht an Ideen, mit denen man der Integrationsproblematik näher kommen könnte. Dass Politik einiges versäumt habe, ließ er aber auch durchblicken.
Schünemann war am Montagabend in der „Cappelner Diele“ zu Gast bei der Jungen Union Cloppenburg. Bürgermeister Reinhold Grote begrüßte ihn in der 7170-Seelen-Gemeinde. Landrat Hans Eveslage war da, und der CDU-Landtagsabgeordnete Clemens gr. Macke stattete einen Kurzbesuch ab.
Durch die Veranstaltung führte der JU-Vorsitzende Lars Lübbe. Er moderierte auch die anschließende Podiumsveranstaltung, an der auch Günter Schell, Direktor der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, der BBS-Lehrer Klaus Baumann und der Aussiedlerbeauftragte der Cloppenburger CDU, Gustav Möller teilnahmen.
Ungeachtet der Probleme waren sich alle einig, dass schon sehr große Erfolge in der Integration erreicht worden seien. Der guten Beispiele gebe es genug. Einig waren sich die Diskutanten aber auch, dass ein Teil der Neubürger noch nicht erreicht worden sei. Die Sprache sei das größte Problem. Die Kinder würden jetzt schon vor der Grundschule auf ihr Sprachvermögen getestet und gegebenenfalls gefördert, so Schünemann. Nur mit der deutschen Sprache sei ein Schulabschluss zu schaffen, und nur mit einem Abschluss gebe es eine Lebensperspektive.
Schwierig werde es, wenn im Elternhaus nur Russisch gesprochen werde. Es gebe eine „verlorene“ Generation – die Menschen, die meist mit der zweiten Welle gekommen sind, die die Sprache nicht beherrschten und auch nicht geschult worden seien – auch, weil das Geld fehlte, so Möller. Die Integration müsse jetzt nachgeholt werden, sagte Schünemann.
Es gebe bei einer Minderheit große Probleme mit Alkohol und Drogen, sagte Schell. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund liege die Gewalt- und Kriminalitätsrate doppelt so hoch wie bei „Einheimischen“.
Schünemann forderte, Migranten, die sich nicht integrieren lassen wollten und überdies kriminell würden, leichter ausweisen oder abschieben zu dürfen.
