Cappeln - Mit einem umfangreichen Schutzkonzept will die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Cappeln in Zukunft jeglichem sexuellen Missbrauch an Jugendlichen vorbeugen. Unter Begleitung von Andrea Habe, Präventionsfachkraft am Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta, hat eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe um Pfarrer Jörn Illenseer das neunseitige Papier in einem mehrmonatigen Prozess erarbeitet. Alle Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde erkennen mit ihrer Unterschrift den Verhaltenskodex an.
In dem Papier geht es unter anderem um Sprache und Wortwahl bei Gesprächen, um die richtige Gestaltung von Nähe und Distanz, die Angemessenheit von Körperkontakten, die Beachtung der Intimsphäre, die Zulässigkeit von Geschenken, um den Umgang und die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken und um Disziplinierungsmaßnahmen bei Verstößen. Je nach Art der Tätigkeit müssen alle Haupt- und Ehrenamtlichen hierzu eine drei- bis zwölfstündige Schulung absolvieren. Alle zwei Jahre soll das Konzept im Pfarreirat besprochen und mit den Präventionsfachkräften aktualisiert werden.
Alle im pastoralen Dienst Tätigen und alle hauptamtlichen Mitarbeiter, die nicht nur sporadisch in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen, müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das in Vechta beziehungsweise Münster kontrolliert wird.
Diese Regelung gilt auch für Ehrenamtliche, die 18 Jahre und älter sind und hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch Vorfälle geben, benennt das Konzept Ansprechpartner innerhalb der Kirchengemeinde, in Vechta beim Offizialat oder in Münster.
