Saterland/Cloppenburg - Das war eine böse Überraschung: Ein 20-Jähriger aus dem Saterland hat eine brennende Zigarettenkippe aus der Dachluke seiner Wohnung geschnippt und damit das gesamte Dach in Brand gesetzt. Das hat nun weitreichende Konsequenzen für den jungen Mann. Nicht nur, dass das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht ihn wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilte, der Angeklagte sieht sich auch Schadensersatzansprüchen in Höhe von 350 000 Euro ausgesetzt.

Der 20-Jährige, der im Saterland eine Dachgeschosswohnung bewohnte, hatte am Tattag während eines Toilettengangs eine Zigarette geraucht. Am Ende schnippte er dann die noch brennende Zigarettenkippe durch die geöffnete Dachluke nach draußen. Was eigentlich auf dem Rasen landen sollte, blieb in der Dachrinne stecken. Dort entzündet die noch brennende Zigarettenkippe eine Folie und die wiederum das gesamte Dach – mit einem Schaden von rund 350 000 Euro.

In seiner Not hatte der Angeklagte noch einen Freund angerufen. Der arbeitet bei der Feuerwehr. Der Angeklagte wollte sich offenkundig mit dem Freund noch beraten. Doch da gab es nichts mehr zu beraten. Der Freund des Angeklagten löste als erfahrener Feuerwehrmann auch sofort Großalarm aus und rief seine Kameraden. Das Dach war schwer zu löschen gewesen, weil auf dem Dach eine große Fotovoltaik-Anlage installiert war.

Strafrechtlich ist der Fall nun mit der Verurteilung des 20-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Geldstrafe von 2400 Euro abgearbeitet. Zivilrechtlich aber kommt auf den Angeklagten noch einiges zu. Er sieht sich nun Schadensersatzansprüchen in Höhe von 350 000 Euro ausgesetzt.