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Sireneninfrastruktur soll ausgebaut werden 30 Sirenen im Landkreis Cloppenburg deutlich zu wenig

Eine Sirene vom Typ E57 installiert hier Andre Siemer von der Feuerwehr Cloppenburg.

Eine Sirene vom Typ E57 installiert hier Andre Siemer von der Feuerwehr Cloppenburg.

Archiv/Lichtfuß

Cloppenburg - 30 Sirenen stehen im Landkreis Cloppenburg, die die Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatzfall alarmieren und die Bevölkerung im Katastrophenwall warnen sollen. Deutlich zu wenig in einem Landkreis mit einer Fläche von 1420 Quadratkilometern. Zudem sind die Sirenen technisch veraltet. Zu diesem Ergebnis ist der Landkreis Cloppenburg gemeinsam mit den Städten und Gemeinden sowie den örtlichen Feuerwehren gelangt. Nicht zuletzt hatte der Warntag im vergangenen September das bestätigt, sagte Kreis-Ordnungsamtsleiter Dieter Schütte am Donnerstagabend auf der Sitzung des Kreis-Ausschusses für Planung, Umwelt und Klimaschutz.

Warnmittelmix

Dabei haben Sirenen keinesfalls ausgedient, wird zur Warnung der Bevölkerung bei Katastrophen und Schadensereignissen doch auf einen Warnmittelmix aus Sirenen, Warn-Apps, Radio, Fernsehen und Onlineplattformen der Medien wie der unserer Zeitung gesetzt. Im Landkreis sind derzeit 30 gemeindlichen so genannte E57-Sirenen im Einsatz. Die werden ausschließlich von der Großleitstelle Oldenburger Land (GOL) auf Anforderung ausgelöst. Allerdings kommt dabei noch veraltete analoge Technik (POGSAC) zum Einsatz – Technik, die nach derzeitigem Kenntnisstand nur noch zeitlich begrenzt genutzt werden könne, so Schütte.

Technik

Daher sollten die Sirenenstandorte auf eine zusätzliche digitale Technik umgerüstet werden. Laut Schütte bieten sich Tetra Bos-Sirenen mit zusätzlichen analogen (POGSAC-)Empfängern an. Die arbeiten mit einem Akkusystem, heißt, die Sirenen können auch bei einem Stromausfall ausgelöst werden. Zudem kann neben Sirenentönen auch Sprache wiedergegeben werden. Damit können ganz konkrete Warnungen an die Bevölkerung herausgegeben werden – und zwar auch dann, wenn Fernseher oder Radios wegen eines Stromausfalls nicht zur Verfügung stehen. Die Sirenen können im Notfall neben den örtlichen Behörden auch von der Großleitstelle oder durch das Bundesamt für Katastrophenschutz ausgelöst werden.

Der Bedarf

Laut Schütte sollten 27 weitere Sirenen im Landkreis errichtet werden, um dann auf 57 Standorte zu kommen. Zum Vergleich: In der Wesermarsch mit einer Fläche von 822 Quadratkilometern und etwa der Hälfte der Bevölkerung des Landkreises Cloppenburg stehen 82 Sirenen. Im Landkreis Verden sogar 198 – bei rund 890 Quadratkilometern Fläche. Der Landkreis Oldenburg verfügt über 78 Sirenen auf 1064 Quadratkilometern Fläche mit 131 000 Einwohnern.

Die Kosten

10 000 Euro kostet eine neue Sirene am Gebäude, eine auf einem Mast 11.500 Euro plus Mastkosten in Höhe von 5000 Euro. Die Anschaffung von 57 Sirenen inklusive der Errichtungskosten und sechs Masten sowie 57 Steuerungsgeräte beläuft sich auf 664.750 Euro.

Bund und Land haben nach den Erfahrungen im Ahrtal und vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges entschieden, Fördermittel für die Ertüchtigung der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Auf diese Mittel setzt der Kreis, nachdem ein Antrag 2021 aber abgelehnt worden war. Zwar ist laut Schütte die Kostenverteilung noch nicht abschließend mit den Bürgermeistern – die die Anschaffung grundsätzlich begrüßten – geregelt. Die Kreisverwaltung schlägt aber eine Aufteilung – nach Abzug der Fördermittel – von 50/50 für Gemeinden und Kreis vor. Mit den Kommunen soll ein Konzept erstellt werden. Der Ausschuss empfahl einstimmig die Modernisierung der Sireneninfrastruktur, wenn sich die Gemeinden finanziell beteiligen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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