Lastrup - Das Familienunternehmen „Schulte – Lastruper Wurstwaren“ kann auf eine 75-jährige Geschichte zurückblicken. Kürzlich feierte die Familie mit Kunden, Geschäftspartnern, Kollegen und Nachbarn das Jubiläum.
Die Geschichte von Schulte begann am 31. Dezember 1948, als Heinrich „Heini“ Schulte gemeinsam mit seiner Frau Erna die Hausschlachterei an der Vlämischen Straße 3 gründete. In den Nachkriegsjahren, geprägt von bescheidenen Ressourcen, setzte die Familie alles daran, qualitativ hochwertige Wurstprodukte herzustellen. Der erste Stift, wie man früher den ersten Mitarbeiter nannte, wurde 1949 eingestellt: Heinrichs Bruder Ludwig Schulte. 1952 trat Heinrichs Bruder Hermann Schulte mit in das Geschäft ein und die Firma H+H Schulte war komplett.
Versand von Wurst und Schinken
In den 1950er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen, insbesondere durch den Versand von Wurst und Schinken, weiter. Mit einem Opel Blitz und selbst gefertigten Holzkisten wagte die Familie Schulte das Abenteuer der Lieferung ins aufstrebende Ruhrgebiet. Qualität wurde schon damals großgeschrieben, und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
Im Jahr 1973 stieg Werner Schulte, Heinrichs Sohn, ins Unternehmen ein und baute gemeinsam mit seiner Frau Brunhilde vor allem das Großkundengeschäft erfolgreich aus.
Die Firma Werner Schulte GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 14 Millionen Euro und etwa 110 Mitarbeitern. Hergestellt werden Fleisch- und Wurstwaren.
Gegründet 1948 als Fleischerfachgeschäft von Heinrich Schulte, wird der Betrieb heute von dessen Enkelin Sarah Dhem gemeinsam mit ihrem Mann Mirko Dhem und Vater Werner Schulte geleitet. Die Fertigung erfolgt traditionell und in Handarbeit und dennoch mit modernen Produktionsverfahren.
Das Sortiment wird an Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und Großverbraucher verkauft. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verarbeitung von Schweinezungen. Qualitätsanspruch und Fleischerhandwerk standen allerdings auch mit dieser Spezialisierung immer im Vordergrund, sodass 2015 die Marke und das Unternehmen „Kalieber“ aus der Firma Schulte entstanden ist und 2018 die Entwicklung der Marke „glücksatt“ begann.
Spenden statt Geschenke lautete das Motto zur Jubiläumsfeier. So kamen gut 15 000 Euro für das Hospiz Wanderlicht, Bürger für Bürger Lastrup und die Cloppenburger Tafel zusammen.
Im Jahr 1980 erfolgte der Umzug in das neue Lastruper Industriegebiet und der Schritt von einer kleinen Dorffleischerei zu einem mittelständischen Unternehmen. Trotz anfänglicher Herausforderungen und einer unerwarteten Kostensteigerung beim Neubau gelang es der Familie Schulte, das Unternehmen erfolgreich zu etablieren. Ein Großauftrag für die Zungenwurst aus Dortmund, den die Firma in jenem Jahr erhielt, markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Der Grundstein für „Ihr Spezialist in Sachen Zunge“ war gelegt.
Das Unternehmen wuchs weiter. 2004 trat Werners Tochter Sarah nach ihrer Prüfung zur Fleischermeisterin ins Unternehmen ein. 2010 folgte ihr Mann Mirko. Im Jahr 2015 gründeten Sarah und Mirko Dhem den Onlineshop „Kalieber“.
Eigene Marke „glücksatt“
Im Jahr 2018 wurde „glücksatt“, die erste Marke der Firma Schulte, ins Leben gerufen. „glücksatt“ bringt Fleisch- und Wurstwaren in den Supermarkt, bei denen sich alles um Verantwortung, Transparenz, Fleischerhandwerk und Tierwohl dreht. Alle Produkte stammen ausschließlich von Tieren aus dem „Aktivstall für Schweine“. Die Haltungsform der Stufe 4 (Premium) setzt auf doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben und bietet den Tieren unter anderem frei wählbare Spiel-, Fress-, Ruhe- und Strohbereiche mit jeder Zeit frei zugänglichen Außenbereichen. Zudem hat jeder Interessierte die Möglichkeit, sich vor Ort selbst ein Bild von der Haltung zu machen. Mit „Kalieber“ und „glücksatt“ ist die zweite Spezialisierung auf Tierwohl und Nachhaltigkeit für die Zukunft gesetzt. „Ein Familienunternehmen über drei Generationen führen zu dürfen, wachsen zu sehen und die Zusammenarbeit mit so vielen wundervollen Menschen 75 Jahre täglich leben zu dürfen, erfüllt unsere Familie mit tiefer Dankbarkeit und inniger Demut“, erklärt Sarah Dhem.
