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Gymnasium in Cloppenburg So sehen die Ausbaupläne für die Liebfrauenschule aus

So könnte die neue Lernwerkstatt am ULF aussehen.

So könnte die neue Lernwerkstatt am ULF aussehen.

g+h Architekten Heckel und Otto

Cloppenburg - Für 3,99 Millionen Euro will die katholische Schulstiftung St. Benedikt (Vechta) beim Cloppenburger Gymnasium Liebfrauenschule (ULF) ein neues Oberstufenhaus errichten und dafür die 1960 zwischen Sporthalle und ULF-Hauptgebäude erbaute – ehemalige – Haushaltsschule abreißen. Das sieht ein Antrag des Bischöflich-Münsterschen Offizialats (Vechta) vor, der jetzt im Kreis-Schulausschuss diskutiert worden ist. Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Kreisausschuss (tagt am 19. Mai) und dem Kreistag (7. Juli) einen freiwilligen Zuschuss des Landkreises in Höhe von 1,995 Mio. Euro (50 Prozent) zu beschließen.

Als Regelschulträger der Gymnasien bezuschusste der Landkreis Cloppenburg bisher grundsätzlich die Baumaßnahmen an der Liebfrauenschule mit bis zu 50 Prozent. Begründet wurde die Bezuschussung in der Vergangenheit immer damit, dass der Landkreis, falls es das ULF nicht gebe, im Gebiet der Stadt Cloppenburg ein weiteres vierzügiges Gymnasium errichten und betreiben müsse.

Mehr als 900 Schülerinnen und Schüler besuchen die Liebfrauenschule. Das Hauptgebäude wurde im Jahr 1996 bis 2000 erstellt. Durch die Einführung von G 9 benötigt die vierzügige Liebfrauenschule insgesamt 28 Klassenräume und weitere Kursräume.

Kursräume fehlen

Der Schule fehlten Kursräume. Es gebe keine Differenzierungsräume und keine Pausenhalle, heißt es in dem von BMO-Finanzdirektor Michael gr. Hackmann unterschriebenen Antrag. Die bisherigen Klassenräume der früheren Haushaltsschule seien teilweise zu klein.

Zusätzlich sei die notwendige Sanierung der Haushaltsschule nicht wirtschaftlich und energetisch sinnvoll, heißt es weiter. Stattdessen solle ein Neubau erstellt werden, mit dem Ziel, die genannten Defizite für die Schule zu beseitigen. Durch den neuen Innenhof sollen die jüngeren Jahrgänge einen wetterfesten Aufenthaltsbereich erhalten. In die Räume werde ein modernes stationäres Belüftungssystem eingebaut.

Inklusionskonzept

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Architektin Neele Johannes vom beauftragten Büro „g+h Architekten Heckel und Otto“ (Oldenburg) am Montag, dass acht Klassenzimmer sowie Gruppen- und Kursräume in dem neuen Gebäude untergebracht werden sollen. Ergänzend zu diesem Raumprogramm werde in Zusammenarbeit mit der Cloppenburger Förderschule St. Vincenzhaus ein neues Inklusionskonzept auf rund 100 Quadratmetern unter anderem mit einem Pflegebad angestrebt. Es würden in dem neuen Klassentrakt zwei Räume für Förderschulkinder berücksichtigt, so Johannes. Die Schüler der Liebfrauenschule Cloppenburg und des St. Vinzenzhauses können so zukünftig in verschiedenen Projekten gemeinsam lernen. Dies sei die erste Zusammenarbeit einer weiterführenden Schule mit dem Vincenzhaus, erklärte ULF-Schulleiter Andreas Weber.

Holzrahmenbau

Das Oldenburger Architekturbüro plant unter dem Arbeitstitel „Grüne Lernwerkstatt“ ein zweistöckiges Gebäude in Holzrahmenbau mit Gründach und möglichst wenig Beton. Aufgrund der Sanktionen gegen Russland dürfe zurzeit die sibirische Lerche nicht eingeführt werden, so Architektin Johannes. Stattdessen setze man nun auf eine andere Sorte. Die Flure – so Johannes weiter – würden als freie Lernflächen konzipiert. Als einen weiteren Grund für einen Abriss gab sie an, dass die frühere Haushaltsschule nur unter äußerst unwirtschaftlichen Bedingungen hätte inklusionstauglich gemacht werden können. Status quo seien zu enge Flure, schmale Türen, ein schmales Treppenhaus und keine barrierefreie Toilette gewesen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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