Cloppenburg - Die Volleyball-Abteilung des TV Cloppenburg hat eine neue Beachvolleyball-Anlage auf dem Gelände von BW Galgenmoor errichtet und bleibt nun – Stand heute – auf Baukostensteigerungen in Höhe von 27500 Euro sitzen. „Naiv und ärgerlich“ nannte Andreas Borchers (SPD) das Verhalten des Vereins in der Sache, „gut gemeint, schlecht gemacht“ lautete das Urteil von Dr. Franz Stuke (CDU). Beide Stadtratsmitglieder äußerten sich jetzt während der jüngsten Sitzung des Fachausschusses für Kultur, Sport, Familien und Soziales.
Die Vorgeschichte
Was war passiert? Die Volleyball-Abteilung des TVC hatte auf Basis der städtischen Sportförderrichtlinien bereits 2021 einen Antrag auf Bau der Beachvolleyball-Anlage bei der Stadt gestellt. Diese genehmigte das Vorhaben, nach einer Kostenkalkulation gemäß DIN 276 sollte der Verein 89400 Euro für das Vorhaben bekommen (Stand Oktober 2021). Anschließend schickte der Verein an vier Firmen Bitten um Kostenvoranschläge und bekam zwei Antworten. Die günstigere schickte eine Firma B. (Name der Redaktion bekannt) aus Cloppenburg. Diese wollte allerdings 117000 Euro haben.
Der Fehler
Und nun der große Fehler: Der TVC fing an zu bauen, die Anlage ist inzwischen fertiggestellt, und nun wollte der Verein mit einem Antrag vom 25. Juli die Baukostensteigerungen in Höhe der besagten 27500 Euro nachfordern. Nur sähen die städtischen Sportförderrichtlinien genau wie die Förderrichtlinien des Landessportbundes und des Landkreises ausdrücklich keine Nachfinanzierung des Projektes vor, heißt es in der entsprechenden Vorlage der Verwaltung für die Politik. Der Antrag des TVC sei deshalb abzulehnen, lautete der harte, aber logische Beschlussvorschlag, dem der Ausschuss einstimmig nachkam. Der TVC – so Ausschussmitglied Borchers vor der Abstimmung – hätte, nachdem er von der Baukostensteigerung Kenntnis erhalten habe, den ursprünglichen Antrag zurückziehen und einen neuen mit den aktuellen Zahlen stellen müssen.
Die Gründe
Die Baukostensteigerungen hängen nach Angaben des Vereins im Übrigen an zwei Faktoren, die sich im Vorhinein nicht hätten absehen lassen. Zum einen habe der ausgehobene Mutterboden einen zu großen Sandanteil ausgewiesen. Er musste deshalb entsorgt und konnte nicht – wie ursprünglich vorgesehen – verwertet werden. Zudem sollte der erforderliche – zertifizierte – Beachsand beim Quarzwerk Marx im vergleichsweise nahegelegenen Friedeburg (Kreis Wittmund) bestellt werden. Allerdings sei das Vorkommen dieses speziellen Sandes inzwischen versiegt, lautete die Antwort des Unternehmens. So musste bei einem Konkurrenten in Haltern am See bestellt werden – eine doppelt so weite Transportstrecke.
Die Auswegsuche
CDU-Ausschussmitglied Stuke, der auch Präsident des Kreissportbundes ist, konnte man sein Unwohlsein über die „zwangsläufige“ Ablehnung förmlich ansehen. In der TVC-Volleyballabteilung seien 90 Prozent der 230 Mitglieder unter 18 Jahre. Neben dieser sehr guten Jugendarbeit habe sich die Abteilung auch mit der Integration ukrainischer Flüchtlinge hervorgetan. In einer persönlichen Erklärung bat Stuke die Verwaltung, nach Wegen zu suchen, um dem Verein doch noch die Mehrkosten zu erstatten.
Der zuständige Fachbereich innerhalb der Stadtverwaltung sehe keine Rechtsgrundlage für eine Nachfinanzierung, erklärte der städtische Pressesprecher Niklas Grönitz am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion. Allerdings werde der Stadtrat erst in seiner nächsten Sitzung am Montag, 25. September, endgültig entscheiden.
