Friesoythe - „Es ist schön zu sehen, dass man durch ganz einfache Sachen im Alltag etwas zum Umweltschutz beitragen kann“, sagt Schülerin Luna Al Salti. „Außerdem ist es ein gutes Gefühl, zu sehen, dass man auch ohne Beschlüsse der Politik etwas erreichen kann.“ Eine dieser „einfachen Sachen“ ist die Handy-Sammelaktion, die im Zuge des Bundesprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) zurzeit am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) stattfindet.
Plakat und Flyer
Hierfür hat die 17-Jährige in den Winterferien ein Plakat und einen Flyer gestaltet. Wie lange das gedauert hat, kann sie nicht genau sagen. Nur so viel: „Es hat Spaß gemacht und sich nicht wie Arbeit angefühlt. Ich stehe voll hinter der Aktion und bin damit sehr glücklich.“ Auf die Idee mit den Plakaten und Flyern war ihre Lehrerin Farina Bunjes gekommen, die zugleich die BNE-Beauftragte der Schule ist.
„Luna hat das toll gemacht“, sagt Konrad Thoben von der Nabu-Ortsgruppe Friesoythe. Er war mit der Idee, eine Sammelkiste in der Schule aufzustellen, auf das AMG zugekommen. Die Box steht ab sofort im Haupteingangsbereich neben dem Schülerkopierer und ist für Jedermann zugänglich.
Neben alten Handys und Smartphones können auch Tablets, Netzteile, Ladekabel und Headsets eingeworfen werden. Diese werden vom Nabu in eine Sammelstelle der gemeinnützigen Organisation „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ gebracht, wo sie geprüft und sortiert werden. Anschließend werden entweder die wertvollen Rohstoffe wie Gold, Kupfer oder seltene Erden aus ihnen herausgeholt oder sie werden repariert, um sie innerhalb Europas zu verkaufen. Hierfür kooperiert der Nabu mit dem Telekommunikationsunternehmen Telefónica, von dem er eine jährliche Spende erhält. Die Höhe hängt vom Erlös aus Recycling und Wiederverwertung ab. Das Geld fließt in den Insektenschutz.
Weitere Partner gesucht
Elf alte Handys und Smartphones hat Farina Bunjes schon bei Kollegen und Nachbarn eingesammelt. Und auch Luna Al Salti war schon in ihrer Nachbarschaft unterwegs, um für die Aktion zu werben. Bevor die Handys in irgendwelchen Schubladen verstauben, könne man sie besser abgeben, sagt sie. Laut Nabu gibt es in deutschen Haushalten mehr als 200 Millionen unbenutzte Geräte.
Konrad Thoben kann sich schon weitere Aktionen mit dem Albertus-Magnus-Gymnasium vorstellen, würde sich aber auch freuen, wenn sich andere Schulen melden würden. Zu erreichen ist er unter der Telefonnummer 04491/7849135 oder per E-Mail an konrad.thoben@gmx.de.
