Altenoythe - Jetzt im Herbst könnte es für Gärtner noch einmal arbeitsreich werden – muss es aber gar nicht. „Alles liegen lassen, nicht alles aufräumen“, empfiehlt Dorothea Meisen (83). Die studierte Lebensmittelchemikerin, ehemalige Grünen-Ratsfrau und passionierte Gärtnerin hat rund 2000 Quadratmeter Fläche, um die sie sich kümmert. Derzeit ohne die Hilfe ihres Mannes Manfred Meinsen, der mit einer neuen Hüfte etwas kürzer treten muss.
Aber so ganz bequem dürfen Gärtner vor dem Winter doch nicht werden, wenn es im kommenden Jahr wieder gut weitergehen soll. „Wenn Sie einen Folienteich haben, müssen sie alles rausholen, was reingefallen ist, Blätter, Äste, Zweige“, sagt Meinsen. Denn es dürften nicht zu viele Nährstoffe eingetragen werden, damit der Teich nicht kippt. „Tief und groß ist ein Teich am nachhaltigsten.“
Auch Fallobst lässt sie nicht liegen. „Wespen und Hornissen essen Obst gerne am Baum“, sagt Meinsen. Jedoch sei es ratsam Fallobst zu entfernen, um die Monilia-Fruchtfäule von den Bäumen fernzuhalten.
Grünabfall verwenden
Für vieles, was andere mühsam zusammenharken und aus dem Garten schaffen, hat Meinsen Verwendung: Geschredderte Äste kommen bei ihr zwischen die Erdbeeren. Die Blätter ihres großen Walnussbaums und der Eiche wären dafür indes zu sauer. Die werden gesammelt und kommen im Frühjahr unter die Hecken. Dort dienen sie als ganz natürliche Unkrautvlies.
Abgeerntete Beetflächen sollten möglichst nicht offen liegen bleiben. Besser ist es, Gründünger auszusäen, zum Beispiel Senf. Der kann im Frühjahr untergegraben werden. Alternativ können die Beete mit Vlies abgedeckt werden.
Laubhaufen liegenlassen: Sie bieten Schutz für Igel, Mäuse und andere kleine Tiere.
Rasen düngen: Wer Wert auf einen Zierrasen legt, sollte jetzt ein letztes Mal –nicht zu kurz mähen – und Düngen oder Kalken.
Sträucher schneiden: Was zu groß wird, kann jetzt zurückgeschnitten werden, zum Beispiel der verblühte Schmetterlingsflieder oder Heckenpflanzen. Aber Vorsicht! Einige Sträucher sollten erst im Frühjahr geschnitten werden.
Hortensien ignorieren: Sie sehen mit ihren großen Blüten auch ausgeblüht noch toll aus. Bei der Bauernhortensie werden im Frühjahr nur die trockenen Teile entfernt, die Rispenhortensien werden dann auf den Stock gesetzt.
Und schließlich... Auch das Gartengerät braucht ein bisschen Aufmerksamkeit. Wenn alles erledigt ist, sollten Gärtner alles reinigen und bewegliche Teile wie Rosenscheren oder Heckenscheren ölen. Dann kann es im Frühjahr wieder losgehen.
Übrigens... bestimmte Pflanzgefäße sollten nicht vergessen werden, beim Winterputz. Denn Krankheiten und Pilze können auf alten Erdresten überwintern. Gerade Tomaten sollten in saubere Töpfe gesetzt werden.
Überhaupt: Das schwere hochwertige Unkrautvlies, wie es im Garten- und Landschaftsbau verwendet wird, kommt auch bei Dorothea Meinsen zum Einsatz. Nämlich überall dort, wo Unkraut und Gräser nicht erwünscht sind. Etwa unter den Blaubeersträuchern. Der Vorteil: Das Unkraut bekommt nicht mehr genug Licht, Insekten und anderes Getier kann jedoch sehr gut überleben, Wasser sickert durch das Gewebe, das indes die Verdunstung verringert.
Tieren Nahrung bieten
Meinsen kontrolliert und reinigt jetzt auch die vielen Vogelkästen in ihrem Garten, damit Vögel dort eventuell auch im Winter Schutz finden. Viele abgeblühte Blumen und Gräser sollten einfach stehen bleiben, empfiehlt Meinsen. Die Samenkapseln und Halme böten Nahrung für Insekten. Wer wolle, könne im Frühjahr die trockenen Reste entfernen.
Anders als andere gräbt Meinsen nicht jeden Herbst ihre derzeit wunderbar leuchtend blühenden Dahlien zum Überwintern aus. Die die Temperaturen seien inzwischen so, dass die Dahlien dies schafften.
