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Katastrophenschutz im Landkreis Cloppenburg Auf was es bei einem „Blackout“ ankommt

Kerze und Kurbelradio: Im Falle eines „Blackouts“ ist beides wichtig.

Kerze und Kurbelradio: Im Falle eines „Blackouts“ ist beides wichtig.

dpa

Cloppenburg - Für den Fall eines „Blackouts“, eines flächendeckenden längeren Stromausfalls im Landkreis, sind die Hilfsorganisationen zwar gut ausgestattet. Aber: Es kommt auf jeden Einzelnen an. „Vorratshaltung ist nicht zu ersetzen“, sagt Christine Eismann vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe am Donnerstagabend im Bildungswerk Cloppenburg.

Im Katastrophenfall „werden wir nicht alle versorgen können“, sagt auch Martin Voß vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz. „Eine All-Inclusive-Versorgung werden wir nicht leisten können.“ Der CDU-Kreisverband Cloppenburg hatte den Katastrophenschutz in Deutschland und im Landkreis Cloppenburg zum Thema ihrer Reine „reden wird drüber“ am Donnerstag im Bildungswerk gemacht.

Ernährungswirtschaft

Eine Vielzahl an Einrichtungen zählt im Landkreis Cloppenburg zu den kritischen Infrastrukturen: Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und medizinische Versorgung, Abfallentsorgung, aber auch Medien und Kultur. Diesen gilt im Katastrophenfall besonderer Schutz.

Dazu gehören auch Betriebe der Ernährungswirtschaft, die etwa mit den großen Schlachthöfen im Landkreis Cloppenburg eine besondere Stellung einnehmen, weiß Denny Vinzing, Katastrophenschutzbeauftragter beim Landkreis Cloppenburg. „Wenn dort die Lampen ausgehen, haben wir ein Riesen-Problem“, findet Vinzing deutliche Worte.

Der Landkreis ist als Katastrophenschutzbehörde bei extremen Unwettern oder bei Stromausfällen zuständig. Bevor aber der Katastrophenfall ausgerufen und der Katastrophenschutzstab eingesetzt wird, sind die Rathäuser zuständig. Das A und O in Katastrophenfällen sei die Kommunikation, verdeutlicht Christine Eismann. Die kann im Falle eines Stromausfalls nur über Notstrom sichergestellt werden.

„Horrorszenario“

Eine große Angst vor einem „Blackout“ sei zwar unbegründet, betont Christine Eismann. Gleichwohl müsse man vorbereitet sein. Im „Horrorszenario“ eines langahnaltenden großflächigen Stromausfalls breche die Wasserversorgung zusammen, der OP-Saal im Krankenhaus sei zwar über ein Notstromaggregat versorgt, aber Wäscherei oder Apotheken nicht.

Ein Szenario, dass „wir nicht bewältigen können, wenn wir nicht vorbereitet sind“. Eine Baustelle erkennt Eismann in Sachen Pflegeheime, für die keine flächendeckende Notstromversorgung angeordnet sei. Sie forderte zudem einen besseren Austausch aller beteiligter Akteure auch im Risikomanagement. „Wir profitieren von Katastrophen“, stellt Voß fest und meint den Blick der Politik, der in diesem Falle auf den Katastrophenschutz gerichtet wird. Der sei auch gut und richtig, „langfristiges Denken“ sei aber entscheidend.

Sirenen fehlen

Katastrophenschutzbeauftragter Denny Vinzing sieht einen Nachholbedarf im Landkreis im Bereich der Sirenen: 30 zudem häufig veraltete Anlagen gibt es gerade einmal im Landkreis. Zum Vergleich: Im deutlich kleineren Landkreis Wesermarsch gibt es 89. Da sei mehr Engagement notwendig.

Im Katastrophenfall kann Landrat Johann Wimberg die Bundeswehr hinzuziehen. Dafür ist das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr die Schnittstelle, macht Oberstleutnant der Reserve, Hubertus Pleye, deutlich. Kritisch blickt Pleye auf die Initiative zum Aufbau eines Heimatschutzregiments auch in Niedersachsen vor allem in Bezug auf das Personal: „Wo sollen die 1000 Soldaten herkommen“, fragte Pleye angesichts der personellen Unterbesetzung der Truppe.

Unter der Moderation von Christoph Penning (r.) sprachen Experten über den Katastrophenschutz im Landkreis Cloppenburg.

Unter der Moderation von Christoph Penning (r.) sprachen Experten über den Katastrophenschutz im Landkreis Cloppenburg.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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