Cloppenburg - Das monatelange Homeschooling hat auch am Cloppenburger Gymnasium Liebfrauenschule (ULF) seine Spuren hinterlassen. Und so hat die ULF-Schülervertretung das Nachhilfeprojekt, was die Gymnasiasten seit einigen Jahren schon koordinieren, nach A bsprache mit der Schulleitung und dem Förderverein kurzfristig kostenlos gemacht. 5000 Euro finanziert der Förderverein. „Wir starten diese Offensive, um bei möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Defizite nach dem Homeschooling aufzufangen. Die tauchen meistens in mehreren Fächern auf“, erklärt Sofie-Marie Stefan. Das Geld soll etwas bis zum Sommer reichen. In einem ersten Schritt hat das Team über 50 potenzielle Nachhilfelehrer unter den Mitschülern akquiriert. Jetzt werden Schülerinnen und Schüler gesucht, die Unterstützung brauchen. Nachgefragt werde auch bei den Fachlehrern, erläutert SV-Mitstreiterin Valentina Köhntopp. Lehrerin Franziska Seebass unterstützt das Team.
Hilfe bei Hausaufgaben
Ebenfalls im Nachmittag ist die Hausaufgabenbetreuung angesiedelt, die von montags bis donnerstags von 13.45 bis 15.15 Uhr angeboten wird. „Denn wer trägt die Last der Pandemie? Kinder und Mütter“, ist sich Schulleiter Andreas Weber sicher. Und damit die Hausaufgaben vernünftig gemacht werden und so nicht noch mehr Defizite entstehen, können die Kinder in diesem Zeitraum Unterstützung bekommen. Montagnachmittags wird außerdem noch ein spezieller Mathe-Förderkursus angeboten. Dort helfen sich die Kinder und Jugendlichen auch untereinander. Betreut wird das Projekt von einer Lehramtsstudentin.
in kleingruppen
Vor allem während des Kunst- und Musikunterrichts oder im Bereich der Arbeitsgemeinschaften fand schon vor den Sommerferien ein Förderprogramm statt. 90 bis 100 Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 wurden zwischen Pfingsten und den Ferien in Kleingruppen von Lehrern unterrichtet. Im Fokus standen dabei Englisch, Mathe und Deutsch, berichtet Lehrerin Agnes Kaley. Sie hat diese Förderung, die von Lehrern in Extra-Stunden übernommen wurde, koordiniert.
Denn einige Kinder und Jugendliche hätten sich im Unterricht nicht mehr gemeldet, seien unsicher gewesen. So wurde das Selbstbewusstsein wieder gestärkt, hat Kaley beobachtet. „Wir wollten den Schülern Mut machen. die mündliche Teilnahme hat im Homeschooling stark gelitten“, so die Pädagogin.
Drehtür-Modell
An der Liebfrauenschule gibt es aber auch Förderbedarf für besonders begabte Schüler. Für sie ist das Drehtür-Modell gedacht. Eine spezielle Ausbildung dafür hat Lehrerin Maria Diekmann gemacht, die gemeinsam mit Kollegin Anna Meyer-Schene das Programm koordiniert. „Es gibt immer Schüler, die besonders motiviert sind oder die ein besonderes Interesse für ein bestimmtes Thema haben“, Und dieser Nachwuchs darf bis zu drei Stunden in der Woche den Unterricht verlassen, wenn er den Stoff schnell und selbstständig aufholen kann. Diese Zeit wird für eigene Projekte genutzt – beispielsweise das Schreiben eines Buches oder für das Komponieren eines Musikstückes. „Das Projekt darf jetzt auch wieder an Fahrt aufnehmen“, wünscht sich Diekmann.
