Thüle/Lohne/Vechta/Cloppenburg - „Diese Menschen haben Mut und Herz gezeigt und sind geistesgegenwärtig eingeschritten, als ihre Mitmenschen Hilfe benötigten. Das verdient Respekt und unsere Anerkennung“, sagte Polizeidirektor Walter Sieveke, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta. Er bezog sich damit auf vier Personen aus dem Oldenburger Münsterland, die am Donnerstagabend im Rathaus in Cloppenburg für ihre Zivilcourage ausgezeichnet wurden.
Sie seien Vorbilder und man könne stolz sein, dass es Menschen wie sie gebe, die ihre Augen nicht vor Unrecht oder Menschen in Not verschließen würden, so Sieveke weiter.
Besondere Menschen
Im Rahmen des Delegiertentages des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland wurde die Auszeichnung für Zivilcourage der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta von Sieveke sowie Stefan Schute, Präsident des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland und die neu gewählte Präsidentin Manuela Honkomp vorgenommen.
Geehrt wurden Georg Wilken, Viktor Hagstätter sowie Lucia Menke und Lennart Ostmann.Georg Wilken aus Thüle rettete am 21. März 2022 eine 20-jährige Frau aus einem brennenden Auto, mit dem sie kurz zuvor auf der Thülsfelder Straße verunglückt war. Die bewusstlose Verunfallte wurde durch den Ersthelfer aus dem Pkw geholt und rettete der jungen Frau nach Einschätzung der eingesetzten Polizeibeamten dadurch selbstlos das Leben. Georg Wilken war zu dem Unfallzeitpunkt durch eine Gehbehinderung selbst in der Bewegung eingeschränkt. Für diesen Einsatz wurde der Thüler im Januar bei der NWZ-Aktion „Mensch des Jahres“ ausgezeichnet.Am 9. Mai 2022 beobachtete Viktor Hagstätter einen 16-jährigen Jugendlichen, wie er versuchte, ein Damenrad am Bahnhof in Lohne zu entwenden. Hagstätter verhinderte die weitere Tatausführung und hielt den Jugendlichen bis zum Eintreffen der Polizei fest.Auf dem Stoppelmarkt in Vechta kam es am 16. August zu einem Raub auf einen 30-jährigen Mann aus Emstek. Das Opfer wurde auf dem Nachhauseweg von mindestens zwei Männern unvermittelt in den Graben gestoßen und in den Schwitzkasten genommen. Dabei entrissen sie ihm sein Handy. Auf die Tat wurden Lucia Menke und Lennart Ostmann aufmerksam. Die beiden machten sich bemerkbar, so dass die Täter flüchteten. Sie kümmerten sich zunächst um das Opfer. Ostmann setzte dann den Tätern nach und entdeckte sie versteckt hinter einer Hecke. Dort kam es zu einem Gerangel, wobei der Zeuge unter anderem das Handy des Opfers zurückerlangen konnte.
Beispiel folgen
Sieveke: „Ich danke Ihnen für Ihr beherztes und couragiertes Einschreiten. Sie haben damit Großes für unser gesellschaftliches Miteinander geleistet. Ich hoffe, dass auch andere Ihrem Beispiel folgen werden, sollte es notwendig sein.“
