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nordwest-zeitung

Autotuning-Szene in Vechta im Visier Erst tiefergelegt – jetzt stillgelegt

Vechta - Die Polizei hat am vergangenen Wochenende erneut Raser und Autoposer im Stadtgebiet Vechta ins Visier genommen und kontrolliert. Mit diesen Schwerpunktkontrollen geht die Polizei verstärkt gegen verbotene Bauartveränderungen, Geräuschentwicklungen und Geschwindigkeitsüberschreitungen vor, teilte sie am Dienstag mit. Aufheulende Motoren, quietschende Räder – dieses Verhalten ist den Bürgern in der Stadt Vechta seit Längerem ein Dorn im Auge.

Besonders geschulte Polizeibeamte führten die Kontrollen nun durch. Denn: „Um illegale Bauartveränderungen und Manipulationen an Kraftfahrzeugen festzustellen, bedarf es besonderer Kenntnisse und regelmäßiger Beschulungen“, erklärte Jens Werner, Leiter des Polizeikommissariats Vechta. „Autotuning“ sei grundsätzlich auch nicht verboten. Hier sei zwischen legalen und illegalen Fahrzeugmodifikationen zu unterscheiden. „Wir unterscheiden hier ganz deutlich zwischen denjenigen, die im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften ihr Hobby ausüben, und denjenigen, die durch unerlaubte technische Veränderungen andere gefährden und belästigen“, betonte Werner.

Die Beamten kontrollierten 30 Kraftfahrzeuge auf unerlaubte technische Veränderungen. 50 Prozent wurden beanstandet, informierte die Polizei am Dienstag.

Betriebserlaubnis weg

Neben Veränderungen von Radreifenkombinationen im Zusammenspiel mit Fahrwerktieferlegungen fehlte bei einem Fahrzeug ein Endschalldämpfer. Das hatte bereits dazu geführt, dass Teile des Fahrzeuges aufgrund der Hitzeentwicklung verschmort waren. In zehn Fällen führten die technischen Mängel zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Gegen die Fahrer wurden Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Zur Gefahrenabwehr stellten die Beamten die Kennzeichen sowie die Fahrzeugzulassungsbescheinigungen sicher.

Die Beamten maßen auch die Höchstgeschwindigkeiten an der Diepholzer Straße und an der Oldenburger Straße. Dabei stellten sie insgesamt 40 Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. 26 Verstöße lagen im Verwarngeld- und 14 Verstöße im Bußgeldbereich.

Fahrverbote drohen

Teuer wird es für Autofahrer, die mit 102 km/h und 103 km/h bei zulässigen 50 km/h geblitzt wurden. Als Folge droht vier Autofahrern ein Fahrverbot und vier Fahranfängern eine Nachschulung. Zusätzlich stellten die Polizisten drei Rotlichtverstöße, einen TÜV-Verstoß, zwei Handyverstöße, einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, zwei Fahrten ohne Fahrerlaubnis sowie einen Kennzeichenmissbrauch fest.

Neben der konsequenten Ahndung der Verstöße setzten die Beamten auch auf den Dialog. „Uns ist es wichtig, Verständnis für die geltenden Bestimmungen zu schaffen und eine rücksichtsvolle Teilnahme am Straßenverkehr zu fördern“, erklärte Jens Werner.

Insgesamt zog die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta ein positives Fazit aus der Schwerpunktkontrolle. Diese werden auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Vechta durchgeführt.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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