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Flugzeug 1943 in Nikolausdorf abgeschossen Wie der Absturz die Filmkarriere beendete

Die Crew überlebte den Flugzeugabsturz und den Krieg:  Melchiondo (oben, v.l.), Goldstein, King, Borostwoski, Lapp;  Freihofer (unten, v.l), Carmichael, O'Neill, Bush, Youell

Die Crew überlebte den Flugzeugabsturz und den Krieg: Melchiondo (oben, v.l.), Goldstein, King, Borostwoski, Lapp; Freihofer (unten, v.l), Carmichael, O'Neill, Bush, Youell

Archiv/Urbansky

Nikolausdorf - Er sollte berühmt werden: Der B-17-Bomber der US-Airforce mit dem Nick-Name „Invasion 2nd“ unter dem Piloten Capt. Oscar Delgado O’Neill. Der US-Filmregisseur Major William Wyler wollte einen Dokumentarfilm über die Einsätze der B-17 drehen. Erste Aufnahmen waren im Kasten. Doch am 17. April 1943 um 12.40 Uhr stürzte der schwere Bomber auf einer Weide an der Straße Barkentange in Nikolausdorf ab. Die Hintergründe des Absturzes und das Schicksal der Besatzung hat der Cloppenburger Luftfahrthistoriker Volker Urbansky vom Verein „Flieger Flugzeuge Schicksale“ recherchiert. Ausführlich werden sie im nächsten „Dörpblatt“ des Heimatvereins dargestellt.

Die Besatzung konnte glücklicherweise schon vor dem Absturz die Maschine verlassen und überlebte. Alle wurden von gefangen genommen und kamen zunächst in ein Verhörlager nach Oberursel und von dort weiter in das Kriegsgefangenenlager Stalag Luft III.

Berühmte Tochter

Der Pilot Oscar Delgado O’Neill, brasilianischer Herkunft, wurde in Westerburg bei Wardenburg aufgegriffen. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft wurde er als Held in Brasilien gefeiert, hatte Urbansky herausbekommen. Er wurde Vater einer Tochter, Jennifer O’Neill, geboren am 20. Februar 1948 in Rio de Janeiro. Die wiederum wurde weltberühmt als Fotomodell, vor allem aber durch ihre Filme: Sie spielte an der Seite von John Wayne in „Rio Lobo“ von Howard Hawks. In „Sommer ’42“ verkörpert sie eine junge Kriegswitwe – ihr wohl bekanntester Film.

Die B-17 „Invasion II“ im Originalbild. Sie stürzte in Nikolausdorf ab.

DAS WAR DER AUFTRAG DER B-17 115 Bomber im Anflug auf Bremer Flugzeugwerk

Reiner Kramer
Garrel

In Garrel erinnern sich Ältere noch an den Flugzeugabsturz. Einer der Motoren des schweren Bombers, der zur 91. Bombergruppe gehörte, war von einem deutschen Jäger zerschossen worden und fing Feuer. Major Walter Spies, Gruppenkommandeur des Jagdgeschwaders 11, hatte die Maschine getroffen. Das Feuer breitete sich über die linke Tragfläche und weiter zum Flugzeugrumpf aus. Der Pilot befahl seinen Männern, auszusteigen. Zwei Besatzungsmitglieder hinderte eine klemmende Fluchttür daran. Erst als der Geschützführer des unteren Kugelturms zur Hilfe kam, konnte die Tür geöffnet werden. Alle Besatzungsmitglieder konnten das brennende Flugzeug mit Fallschirmen verlassen und überlebten den Absprung.

Wrack verschrottet

„Für sie war der Krieg vorbei und möglicherweise hatte dieser letzte Einsatz sie vor einem schlimmeren Schicksal bewahrt“, schreibt Urbansky. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte die gesamte Besatzung in die USA zurück.

Das zu 90 Prozent zerstörte Wrack wurde am Tag nach dem Absturz durch ein Bergekommando des Fliegerhorstes Bad Zwischenahn abtransportiert und verschrottet.

Statt der „Invasion 2nd“ wurde die „Memphis Belle“ für die Filmaufnahmen gewählt. Filmregisseur Wyler dreht eine 42-minütige Dokumentation unter dem Titel „The Memphis Belle: A Story of a Flying Fortress“. Ein filmisches Denkmal, angelehnt an die wahren Ereignisse, wird ihr mit dem nach der Maschine benannten Film aus dem Jahr 1990 (Regie: Michael Caton-Jones) mit Matthew Modine gesetzt. Seit 2005 befindet sich dieses Flugzeug im „National Museum Of The United States Air Force“ in Dayton-Ohio.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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