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nordwest-zeitung

Barßeler Hafen Spezialschiff kämpft gegen Schlick und Sand

Hans Passmann

Barßel - Wenn die Flut kommt, drückt das Wasser aus der Nordsee über die Ems hoch bis in den Barßeler Hafen. Was von oben nicht zu sehen ist: Tonnenweise werden Sand und Schlick von der Strömung mitgerissen, kommen irgendwann im Hafen zur Ruhe und setzen sich am Grund ab. Die Gewässer rund um Barßel – ob Soeste, Dreyschloot, Barßeler Tief, Leda oder Jümme – versinken von Jahr zu Jahr im Schlamm. Bootsfahrer müssen aufpassen, wenn sie bei Niedrigwasser den Barßeler Hafen erreichen möchten, ohne auf eine Sandbank zu laufen – Bootsfahrer und der Touristikverein schlagen seit langer Zeit Alarm.

Spezialschiff im Hafen

Nun hat die Gemeinde auf die Probleme reagiert. Die Firma Janssen aus Jemgum nimmt die Beseitigung diese Sandhindernisse vor. Doch es wird nicht gebaggert, sondern der Sand und der Schlick werden an andere Stelle zur zwei rund sieben bis neun Meter tiefen Kolks transferiert. Das sind größere Wassertiefen, wo das Sandmaterial abgelagert werden kann. Mittlerweile ist das entsprechende Spezialschiff „Kap Horn“ im Barßeler Hafen eingetroffen und hat die Arbeit aufgenommen.

Da das Gewässer tideabhängig ist, kann nur zu bestimmen Zeiten gearbeitet werden“, sagt der Chef des Unternehmens Peter Janssen aus dem Rheiderland. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Peter Rösing hat er den Kampf gegen den Schlamm aufgenommen. Bei dem von der Firma Janssen entwickelten Verfahren wird der Boden im Gewässer über Luftdruck und Pumpen aufgewirbelt und dazu gebracht, dass ein Abtrieb des Materials – in die tieferen Bereiche – möglich ist.

„Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Mehr oder weniger auch Hobby“, sagt Janssen. Er selbst ist begeisterter Sportbootfahrer und hat Interesse daran, dass die Gewässer befahrbar bleiben. „Die Kosten der jetzt geplanten Maßnahmen belaufen sich auf rund 20 000 Euro“, sagt der zuständige Mitarbeiter im Bauamt der Gemeinde Barßel, Heinz-Georg Coners. Falls dadurch das Problem nicht gelöst wird, rechnen zahlreiche Wassersportler damit, dass der Barßeler Hafen schon in ein paar Jahren nicht mehr befahrbar seien wird.

Problem verschlechtert

Rund 18 000 Kubikmeter Schlamm wurden bei einer Entsandungsmaßnahme vor zehn Jahren bewegt. Dafür wurden drei Spülfelder je 1,5 Hektar angelegt, wofür Landwirte ihre Flächen zur Verfügung stellten. Doch mittlerweile hat sich der Zustand wieder deutlich verschlechtert.

„Super, dass jetzt etwas gegen die Versandung unternommen wird“, sagt Jens Lindstädt, Geschäftsführer des Touristikvereins. Er hofft, dass durch die Maßnahme auch die „Spitzhörn“ wieder bei Niedrigwasser fahren kann. „Dass etwas passiert, ist eine erfreuliche Nachricht. Man wird sehen, wie sich das entwickelt. Wir sind voller Hoffnung“, sagt Thorsten Speidel vom Wassersportclub „Soeste“ Barßel.

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