Barßel - „Platt is cool“ lautet der Name des Projekts der Landschaftsverbände und der Niedersächsischen Landesschulbehörde, aus dem die Aktion „Freedag is Plattdag“/„Fräidai is Seelterdai“ entstanden ist. Wie cool Plattdeutsch wirklich ist, weiß auch Ministerpräsident Stephan Weil, der die Aktion in diesem Jahr bereits zum dritten Mal als Schirmherr unterstützt. Ebenfalls beteiligt ist die Marienschule Barßel.
„Nicht nur alle Schulen in Niedersachsen sind aufgefordert, mitzumachen“, sagt Lehrerin Nicole Künnen. Sie ist nicht nur Pädagogin an der Barßeler Marienschule, sondern auch für die Niedersächsische Landesschulbehörde Beraterin für die Region und die Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch im Unterricht der Region Südoldenburg. „Unter meiner Region sind wir auch an unserer Schule mit der Aktion „Freedag ist Plattdag“ gestartet. Es wäre schön, wenn viele Menschen Freitag Platt sprechen“, so Künnen.
Video an Stephan Weil
Da Stephan Weil die Schirmherrschaft übernommen hat, haben die Pädagogen ein Antwortvideo an den Ministerpräsidenten erstellt. „In der Videosequenz berichten wir über unsere Platt-Aktionen in der Schule. Außerdem kann der Ministerpräsident im Film sehen, was wir schon alles im Bereich Plattdeutsch gemacht haben“, sagt Künnen. Die Marienschule Barßel sei seit diesem Jahr auch Projektschule Niederdeutsch. „Das bedeutet, dass wir uns stark im besonderen Maße für die Region und den Erwerb und Erhalte der Niederdeutschen Sprache engagieren“, sagt die Plattbeauftragte.
Stephan Weil verstehe Platt sehr gut, aber er spreche es nicht. „Vielleicht leisten wir auch mit unserem Video einen Beitrag, dass Weil in Zukunft vielleicht auch der plattdeutschen Sprache mächtig wird. Wer noch kein Platt oder Saterfriesisch sprechen kann, sollte es an den Freitag im September ausprobieren“, so Künnen. Das sei auch die Idee der Kampagne „Freedag ist Plattdag“. Alte Hasen, die die Sprache schon können, werden ermuntert, freitags so viel Platt wie möglich zu reden – auch mit Gesprächspartnern, mit denen sie sonst auf Hochdeutsch plaudern. Durch offensiven Umgang mit der Regionalsprache könne man die „Hierarchie der Sprachen einmal auf den Kopf stellen, andere Plattsprecher in seiner Umgebung finden und Platt in die Öffentlichkeit holen“, so Künnen.
Einfach lossprechen
Die Voraussetzung dafür ist gegeben: Plattdeutsch verstehen können die allermeisten Niedersachsen. Alle sind eingeladen, sich zu beteiligen und die Sprache einfach „in den Mund zu nehmen“, sagt Künnen und freut sich auf die kommenden Freitage.
