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nordwest-zeitung

Theaterstück über Flucht In der Kultur-Scheune in Barßel wird wieder geprobt

Hans Passmann

Barßel - „Kultur ist Nahrung und Balsam für die Seele“. Das sagt der Betreiber der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof Rainer Pagel. Nun ist er froh, dass dort wieder Theaterproben stattfinden können. Monate hab es gedauert, bis der Landkreis Cloppenburg die Wiederaufnahme regulärer Theater-Proben in der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof bei Barßel wieder gestattete.

Endlich wieder Proben

Für ihn und seine Mitstreiter hat die Wiederaufnahme eine große Bedeutung. „Wir hatten uns ja monatelang nicht gesehen. Allein der Umstand, dass man wieder gemeinsam an einem Theaterstück arbeitet, sich sieht, sich austauscht, ist einfach wunderbar. Theater ist ja etwas völlig Einmaliges, etwas, das durch nichts zu ersetzen ist. Und so war es einfach toll, die alten Fäden wieder aufzugreifen“, sagt Rainer Pagel. Und welches Theaterstück wird gerade geprobt? „Decido“ heißt das neue Stück. Im Wesentlichen geht es in dem Stück darum, sich zu entscheiden.

Viele Handlungsstränge

Mehrere Handlungsstränge ziehen sich durch das Stück. „In einem Fall geht es um eine Frau aus Damaskus in Syrien, die sich entscheidet, mit ihrer Tochter vor dem Krieg nach Europa zu fliehen, wohl wissend, dass sie damit ein großes Risiko eingeht“, erklärt der ehemalige Pädagoge den Inhalt. Also eine fiktive Figur? Rainer Pagel: „Nein, ich habe diese Flucht sorgfältig recherchiert. Die Frau lebt mit ihrer Tochter heute in Barßel und ist in Sicherheit. Doch ist es überhaupt möglich, ein so komplexes Geschehen auf die Bühne zu bringen? „Ja. Wir bemühen uns. Theater ist ja für das Publikum gedacht, es soll miterleben, mitfühlen. Während einer Probe stellen wir uns immer vor, wie etwas auf das Publikum wirkt. Im Grunde genommen nehmen wir während einer Probe die Vorstellung mit Publikum vorweg“, so Pagel.

Alles für das Publikum

Die Menschen würden wieder ins Theater gehen oder ein Konzert besuchen, weil sie etwas Wertvolles entdecken, die Atmosphäre genießen, sich glücklicher und freier fühlen. „Kultur ist immer für das Publikum gedacht“, so Barßels Kulturfreund.

Doch wie soll man das Publikum jetzt in Corona-Zeiten erreichen? „Nun, im Textfest-Ensemble ist es ja so, dass wir nicht nur Theater spielen, sondern auch Musik machen. Und diese Kombination aus Theater und Musik ist eine ganz wunderbare Trägerwelle, um Emotionen ins Publikum zu tragen“, sagt Pagel.

Hoffnung auf Änderung

Er hofft nun bald wieder vor Publikum spielen zu können. „Das wird ganz gewiss so sein. Kultur ist einfach Teil unseres Lebens. Wir verkümmern, wenn wir nicht Kultur erleben. Kultur begeistert, Kultur befreit, Kultur beschwingt. Und das gilt sowohl für diejenigen, die Kultur kreieren, also für die Künstler, als auch für diejenigen, die Kultur erleben, also für das Publikum. Kultur ist einfach Nahrung und Balsam für die Seele, und zwar für alle“, umschreibt Rainer Pagel sein Kulturengagement auf dem Carolinenhof.

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