Barßel - Die Corona-Krise hat auch den Tourismus im Erholungsgebiet Barßel-Saterland hart getroffen. Es kamen gegenüber dem Vorjahr weniger Gäste. Und auch die Perspektiven für die kommende Saison fallen eher bescheiden aus. Dieses Fazit zog der Geschäftsführer des Barßeler Touristikvereins Jens Lindstädt jetzt auf der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Tourismus der Gemeinde Barßel am Mittwochabend im Barßeler Pfarrheim.
Besonderes Jahr
„Das Jahr 2020 ist nicht mit einem der vorherigen Geschäftsjahre vergleichbar. Noch zu Beginn 2020 waren wir auf verschiedenen Messen vertreten, um für einen Urlaub im Erholungsgebiet Barßel-Saterland zu werben. Dann kam Covid-19 und die Einschränkungen und die wöchentlich angepassten Verordnungen des Landes Niedersachsen. Damit verbunden warne die Unsicherheiten bei Leistungsträgern und Gästen“, erklärt Lindstädt.
Das 40. Hafenfest wurde frühzeitig abgesagt. Auch die Schifffahrt geriet in Schieflage. So musste der Saisonstart des Ausflugsdampfers MS Spitzhörn abgesagt werden. Es gab die ersten Stornierungen von Gruppenreisen. Seit dieser Zeit wurden mehr als 140 Gruppenbuchungen storniert. Das betraf über 7500 Gäste.
Eingeschränkter Betrieb
Die Spitzhörn konnte später nur eingeschränkt fahren und aufgrund der Hygienebestimmungen konnten auch nur maximal 30, statt 120 Personen an Bord mitfahren. Somit sei der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb (Fahrgastschifffahrt und Gruppenpauschalen) nahezu vollständig weggebrochen. „So verringerte sich der Umsatz aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb um nahezu 50 000 Euro“, sagt der Geschäftsführer. Ein Vergleich: 2019 gab es 122 Fahrten mit 6141 Gästen an Bord. In diesem Jahre waren es 38 Fahrten mit nur 598 Gästen.
Bei den Pauschalangeboten waren es 2019 immerhin 141 Buchungen – in diesem Jahr ganze „vier“. „Die Gäste waren verständlicherweise sehr zurückhalten“, so Lindstädt. 494 Personen (im Vorjahr waren es 2011 Personen) besuchten die Touristinfo im Rathaus. Anrufe gab es 1312 (vorher 2449 Anrufe), eingehende E-Mails 3827 (5299) und Prospektanfragen 614 (1273). Da die Ferienwohnungen nur alle sieben Tage neun Gäste aufnehmen durften, seien viele Unterkünfte nur etwa zu 30 Prozent belegt gewesen.
Aktion draußen
Im Trend des Jahres waren Aktivitäten an der frischen Luft. So vermeldete der Barfußpark in Harkebrügge einen Besucherrekord. Zudem stiegen viele Urlauber aufs Rad. „Wir haben eine große Anzahl von Fahrradkarten verkauft. Der Reisemobilstellplatz war wieder gut ausgelastet“, resümiert Lindstädt. Zurzeit wird unter anderem das Hafenfest 2021 sowie ein eigenes Gastgeberverzeichnis geplant.
