Barßel - Blinde Fensterfront, Holzbretter im Rahmen, verdreckte Reklameverkleidung und lose Türen – das Gebäude an der Lange Straße direkt gegenüber dem Barßeler Dorfplatz war lange der Schandfleck mitten im Ort. Doch seit mehreren Tagen tut sich etwas in dem Gebäude, in dem ehemals der Drogerie-Markt Schlecker untergebracht war. Ein Gerüst weist auf Bautätigkeit hin.

„Das Gebäude wurde an einen Investor aus Friesoythe verkauft“, sagt Hans Schulte, Bauamtsleiter der Gemeinde Barßel. Dieser Investor lässt das Gebäude gerade sanieren. „Im oberen Teil entstehen fünf Wohnungen und die Ladenfläche im Erdgeschoss soll neu vermietet werden“, so Schulte weiter. Die Gemeinde Barßel freut sich, dass auch dieser Leerstand im Zentrum des Ortes verschwindet. „Sonst haben wir eigentlich fast keinen Leerstand mehr in Barßel – eine sehr positive Entwicklung“, so Schulte weiter.

2013 sah das noch ganz anders aus. Rund 20 Objekte standen damals im Ortskern von Barßel leer. Die CDU-Fraktion und auch der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Barßel drängten auf eine Lösung des Leerstandproblems. Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde dafür eine Arbeitskreis Ortskern eingerichtet. In diesen Arbeitskreis wurden die Verwaltung, Vertreter aus den Ratsfraktionen und Mitglieder des HGV mit einbezogen. Mit Erfolg: Durch Weiternutzung und Abriss ist die Zahl der Leerstände im Ortskern von Barßel in den vergangenen vier Jahren drastisch zurückgegangen – nur noch das Gebäude des ehemaligen Schlecker war übrig.

In Zukunft beteiligt sich auch das Land Niedersachsen an der Aufwertung des Ortskerns von Barßel. Es gibt rund 2,1 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm. Insgesamt beträgt der Kostenrahmen rund 3,5 Millionen Euro. Die Kommune hat einen Eigenanteil von rund einer Million Euro aufzubringen. Der Rest soll durch Verkäufe und Ausgleichsbeiträge der Eigentümer finanziert werden. Innerhalb des Sanierungsgebiets können Anwohner Fördergelder beanspruchen, wenn sie ihre Häuser sanieren.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland