Stapelfeld - Fit für die Zukunft will die Katholische Akademie Stapelfeld (KAS) werden – und das nicht nur programmatisch, sondern auch baulich. „Es wird wichtiger, dass Kirche Präsenz zeigt und auch die Themen aufgreift, die vor der Kirchentür diskutiert werden. Kirche verändert sich, und die Katholische Akademie soll ein Ort sein und bleiben, darüber nachzudenken, warum diese Glaubensgemeinschaft nicht abgeschrieben ist“, erklärt Dr. Marc Röbel, Direktor der KAS.
„Wir wollen in die Zukunft schauen“, sagt auch Willi Rolfes, Geschäftsführender Direktor. Und genau deswegen soll dieser Ort, an dem diskutiert, fantasiert, gestritten und gelacht wird, auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Das Hauptgebäude stammt aus den frühen 1950er Jahren.
Schon 2007 habe man damit begonnen, den „Sanierungsstau“ (Rolfes) langsam anzugehen. Bis 2011 wurde alles saniert, was der Gast bis zu den Tapeten sehen kann. Umgebaut wurden auch die Gruppenräume, die Küche, der Speisesaal und das Forum. Nun soll es an die Substanz gehen.
Ein Meilenstein
Drei Bauabschnitte sind bis 2023 geplant, für den zweiten Bauabschnitt wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert. Das könnte auch als Meilenstein gefeiert werden, sagte Röbel vor geladenen Gästen der Nachbarschaft, Planer, Mitarbeitenden und beteiligten Firmen. Die Nachbarn hatten traditionell eine Richtkrone gebunden, die das neue Dach der Akademie schmückt.
Meilenstein deswegen, weil hinter der KAS schon einige Arbeiten liegen. Im April 2021 fiel der Startschuss – eher spontan. Denn die KAS war sowieso längere Zeit behördlich aufgrund der Corona-Auflagen geschlossen. „Wir dachten uns: Wenn wir jetzt Krach machen, stören wir zumindest niemanden“, so Rolfes.
Und so wurde das Christ-Königs-Haus saniert. Die drei Etagen haben neuen Fußboden bekommen, sind von der Akustik her „überarbeitet“ worden, auch die Bäder sind neu. Hell und freundlich laden die Zimmer jetzt die Besucher der Katholischen Akademie zum Entspannen nach ereignisreichen Seminaren ein.
In den Rohbau
Von diesem freundlichen Eindruck ist das Kardinal-von-Galen-Haus, das Haupthaus, noch ein gutes Stück entfernt. Hier regieren noch die Bauarbeiter. Aktuell wird der rechte Flügel saniert, im kommenden Jahr folgt dann der linke Teil des Gebäudes. Das Dach wird komplett erneuert und der Innenraum wird in den Rohbauzustand zurückversetzt. „Alle Rohre und Leitungen kommen neu“, erklärt Willi Rolfes. Und das sei auch nötig: Das Dach zählt über 70 Jahre, die Bäder haben bis zu 40 Jahre auf dem Buckel und die Zimmer wurden teilweise vor über 25 Jahren letztmalig renoviert.
Angepackt wird jetzt auch der Brandschutz im Gebäude, außerdem wird der Fahrstuhl ausgetauscht und einige Zimmer werden barrierefrei gestaltet.
Aktuell hat die Akademie 108 Zimmer und 164 Betten, nach der Sanierung werden es zwei Zimmer mehr und etwa vier Betten weniger sein, rechnet Rolfes vor.
Der Akademiebetrieb läuft derweil weiter und die Belegung muss aufgrund der Bauarbeiten nur um etwa ein Drittel verringert werden. Das will von langer Hand geplant sein, denn für Januar 2024 sind die Zimmer im dritten Bauabschnitt schon gebucht. Und auch aktuell wird bei der Belegung darauf geachtet, dass die Besucher möglichst weit von der Baustelle entfernt untergebracht sind.
