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Cloppenburger Joachim Tebel wird 90 Ein Leben für die Musik

Karl Sieverding
Auch im Männergesangverein „Cloppenburger Liederkranz“ – hier ein Bild vom Januar 2004 – hatte Prof. Joachim Tebel (5. von links) den Dirigentenstab übernommen.

Auch im Männergesangverein „Cloppenburger Liederkranz“ – hier ein Bild vom Januar 2004 – hatte Prof. Joachim Tebel (5. von links) den Dirigentenstab übernommen.

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Cloppenburg - Seinen 90. Geburtstag feiert der in der Region bekannte Cloppenburger Chordirektor Joachim Tebel an diesem Sonntag. Tebel ist verheiratet mit Gisela geb. Rape; drei Kinder, nämlich Christoph, Anne und Klaus, entstammen dieser Ehe. Tochter Anne ist im Januar dieses Jahres verstorben.

Der spätere Musikprofessor an der Fachhochschule Niedersachsen (Standort Vechta) wurde am 14. Mai 1933 in Silberkopf (Kreis Ratibor/Oberschlesien) in einer Lehrerfamilie geboren. 1944 flüchtete die Familie vor der anrückenden Front nach Plomnitz (Kreis Habelschwerdt/Niederschlesien).

Nach dem Krieg fand sie eine neue Heimat in Hoetmar (Kreis Warendorf), wo Tebel seine Jugendzeit verbrachte.

Die ersten Jahre seiner schulischen Ausbildung erfolgten noch in seiner schlesischen Heimat; er setzte sie zunächst an der Aufbauschule in Warendorf und später an der „Missionsschule der Weißen Väter“ in Rietberg (Kreis Detmold) fort. Das sodann erworbene Abschluss-Zertifikat der Kirchenmusik-Schule in Münster qualifizierte den talentierten Sänger und Organisten für das Studium an der Pädagogischen Hochschule in Vechta.

Seine erste Anstellung als Junglehrer erhielt der frischgebackene Pädagoge 1960 an der St.-Andreas-Schule in Cloppenburg; an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover schloss er 1963 ein Aufbaustudium für Musikpädagogik erfolgreich ab und wechselte darauf an die Realschule Pingel Anton ebenfalls in Cloppenburg.

Mehrere Chöre

Die Leitung des St.-Andreas-Kirchenchores hatte Tebel schon 1961 übernommen und danach die des Männergesangvereins „Cloppenburger Liederkranz“, des Frauenchors Cloppenburg sowie des St.-Andreas-Jugend- und Kinderchors. 1972 verlieh ihm die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände den Titel Chordirektor. 1976 wurde ihm eine besondere Ehre zuteil: Der Direktor wurde zum Professor an der Fachhochschule Niedersachsen (Standort Vechta) berufen.

Die gemeinsamen Aufführungen der genannten vier/fünf Chöre wie „Die Hl. Elisabeth“, Orffs „Carmina Burana“, „Die Glocke“ von Andreas Romberg sowie das große Jubiläumskonzert anlässlich der 550-Jahr-Feier der Stadt Cloppenburg im Jahre 1985, aber auch die ebenfalls mit unterschiedlichen Orchestern und Solisten gestalteten Gottesdienste in der Pfarrkirche St. Andreas an den Hochfesten Weihnachten und Ostern wurden zum Teil von Rundfunk und Fernsehen übertragen.

Ungewöhnliche Wege

Motiviert durch seine aus Erfahrung gespeiste Überzeugung, dass gemeinsames Singen eine Heilquelle für die Seele sei, führte Tebel ab 1960 eine wöchentliche Probe mit Schülern der Jugendburg in Bethen durch, sang seit 1962 mit den Ordens- und Lehrschwestern im Krankenhaus, ab 1964 mit den Altenpflegern und Bewohnern im St.-Pius-Stift sowie mit den Kindern des Heims Heilig Kreuz. In der Zeit von 1964 bis 1970 hatte er die Leitung des Strand- und Dünensingens auf der Nordseeinsel Langeoog inne.

Für seine ehrenamtlichen Verdienste erhielt er 1986 die Gregorius-Medaille, die höchste Ehrung des Diözesan-Cäcilien-Verbandes Münster, und 1990 das „Verdienstkreuz am Bande“ des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

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