Bösel - Der Anlass ernst, der Abend fröhlich – Dieser Spagat gelang am Samstagabend in der BiB-Arena in Bösel dem Niedersachsen Sound Orchester (NSO) Bösel unter Leitung von Stefan Lübben und der Big Band Bösel unter Leitung von Christian Meyer. Nach zehn Jahren spielten die beiden Musikgruppen erstmals wieder gemeinsam auf – und das für einen guten Zweck. Die Musiker ließen ihre Instrumente im Rahmen des Benefizkonzertes für die Böseler Ukraine-Hilfe erklingen, damit weitere Hilfstransporte in die Kriegsregion finanziert werden können. Die Schirmherrschaft hatte Landrat Johann Wimberg übernommen.
Rund 750 Besucher
Doch es waren nicht nur das NSO und die Big Band, die den rund 750 Besuchern in der restlos ausverkauften Sporthalle ein Festival der Musik boten, sondern auch Gitarrist Martin Olding mit Sängerin Karin Schwattbunt (Künstlername) von der Gruppe „Rockwark“, einer plattdeutschen Hardrock-Gruppe, und die bekannte ukrainische Sängerin Mari Chebad aus Kiew. Gemeinsam präsentierte das Trio den von „Rockwark“ kreierten Song „Oktober“, der den Krieg aus ukrainischer und deutscher Perspektive beleuchtet. Der Song hatte in Bösel Premiere und ging den Musikfreunden in der BiB-Arena zu Herzen, da er im Wechsel auf Ukrainisch und Plattdeutsch gesungen wurde.
Gemeinsam spielten auf dem Benefiz-Konzert in der BiB-Arena in Bösel die Big Band Bösel und das NSO Bösel für die Böseler Ukraine-Hilfe auf.
Das Niedersachsen Sound Orchester (NSO) Bösel spielte unter Leitung von Stefan Lübben.
Bevor aber die Musik das Sagen hatte, hatte Bernd Roder in Vertretung von Bürgermeister Hermann Block die Gelegenheit genutzt, allen zu danken, die dieses Benefiz-Konzert ermöglicht haben: ob Gemeinde, Firmen oder ehrenamtliche Helfer. Hier nannte Roder insbesondere Frank Schwalm und Ralf Meyer von der Ukraine-Hilfe.
Leid lässt nicht kalt
„Das Leid der Ukrainer, die nun vor dem russischen Angriffskrieg flüchten, lässt uns nicht kalt. Angesichts der sich dort zuspitzenden humanitären Situation und der erwarteten Flüchtlingsbewegungen wollen wir spontan und unbürokratisch helfen“, so Roder, der selbst eine Familie bei sich untergebracht hat. „Ich war selbst vor Ort, als die Bomben einschlugen und ich habe Tausende von Feldbetten gesehen. Wir müssen den vom Krieg betroffenen Menschen helfen. Eines ist klar, die ukrainischen Menschen wollen wieder in ihre Heimat zurück“, so Roder.
„Eigentlich ist das heutige Benefizkonzert eher ein trauriger Anlass, denn der Hintergrund ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Es ist ein Angriff auf uns alle“, meinte Landrat Wimberg. Es sei wunderbar, dass sich Menschen solidarisch mit den betroffenen Menschen aus den Kriegsregionen zeigten. Er dankte nicht nur den vielen Helfern der Böseler Ukraine-Hilfe, sondern auch den beiden Musikgruppen, die ohne Gage aufspielten.
„Wir haben den Krieg nicht begonnen. Wir wollen den Frieden“, rief der ukrainische Kontaktmann der Ukraine-Hilfe, Serhgii Ivashchuk, den Besuchern zu. Er ist ein Geschäftspartner aus Friedenszeiten von Landhändler und Ratsherr Ralf Meyer. Er dankte den Böselern für die große Hilfe. Insbesondere für die Notstromaggregate, mit denen die Menschen in der Ukraine den Winter überleben konnten. Oder den Böseler Schülern, die nette Briefe an die ukrainischen Kinder geschrieben hätten. Als Dank für die humanitäre Hilfe überreichte Ivashchuk Meyer und Schwalm eine Dankesurkunde und die ukrainische Nationalflagge.
„Letztes Jahr ist ziemlich viel passiert. Über 140 000 Euro sind für die Aktion zusammengekommen. Eine großartige Leistung“, sagte Markus Tholen, der als Moderator durch den Abend führte. Aber es werde weiter Geld für Hilfslieferungen benötigt. Ein zweiter Transport ist für den 25. März geplant. Spontan spendete Musiker Olding einen Euro pro Verkauf seiner neuen CD. Im Laufe des Abends gab es eine Tombola. Zu gewinnen gab es etwa einen Flug über Bösel oder 500 Euro für eine Kreuzfahrt. Zum Schluss war eines klar: Ganz Bösel zieht für die Ukraine-Hilfe an einem Strang.
