Friesoythe/Saterland - Die Ausmaße der noch im Bau befindlichen Biomethananlage im C-Port in Friesoythe werden immer deutlicher. Zahlreiche der großen Behälter und mehrere Hallen stehen bereits. Der Betriebsstart der Großanlage, die von der Revis bioenergy GmbH errichtet wird und von der Nordfuel GmbH betrieben werden soll, soll laut Unternehmensangaben noch zu Beginn dieses Jahres erfolgen.
„Ein wichtiger Mosaikstein für den Bau der Biomethananlage“, wie es Revis Anfang 2021 ausdrückte, war die Einleiterlaubnis für das Prozesswasser der Großanlage in die Sagter Ems. In der Anlage soll künftig Wirtschaftsdünger aus der Landwirtschaft, wie Gülle und Mist, verarbeitet werden. Das bei dem Prozess anfallende gereinigte Abwasser soll dann mittels einer Pipeline in die Sagter Ems bei Sedelsberg eingeleitet werden. Doch dieser wichtige Mosaikstein liegt derzeit auf Eis.
Klage gegen Bescheid
Nachdem der Landkreis Cloppenburg im Januar 2021 Revis – inzwischen auf Nordfuel übertragen – die Einleiterlaubnis erteilt hatte, legte der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) dagegen Widerspruch ein und klagte im Juli 2022 vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen den Erlaubnisbescheid.
Der LBU unterstützt die Bürgerbewegung Saterland und Umgebung (BBSU) bei dem Versuch, die Revis-Anlage im C-Port zu verhindern. Laut Landkreis habe die Klage „aufschiebende Wirkung, so dass eine Einleitung von Abwasser in die Sagter Ems auf der Grundlage des in Rede stehenden Erlaubnisbescheides derzeit nicht vollziehbar ist“, wie Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt.
Öffentliche Auslegung
Bisher sei wohl in der Sache selbst noch nicht vor dem Verwaltungsgericht verhandelt worden, jedoch hätten sich beim Landkreis „nach interner Prüfung der Sach- und Rechtslage Hinweise darauf ergeben, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich ist“. Die Auslegung (Bekanntmachung) der entscheidungserheblichen Unterlagen könne und dürfe im laufenden Verfahren nachgeholt werden. „Selbstverständlich finden damit auch die im Zuge der Auslegung eingehenden berechtigten Einwendungen Berücksichtigung, so dass eventuell erforderliche Anpassungen des bisherigen Bescheides Eingang in den Erlaubnisbescheid finden“, heißt es weiter von der Kreisverwaltung.
Laut der auf der Internetseite des Landkreises aufrufbaren Bekanntmachung werden die Antragsunterlagen vom 15. Januar bis 14. Februar öffentlich im Kreishaus in Cloppenburg sowie in den Rathäusern in Friesoythe und Ramsloh ausgelegt. Auch online sollen diese aufrufbar sein. Bis einschließlich 14. März können Einwendungen schriftlich eingereicht werden. Ein öffentlicher Erörterungstermin für die Einwendungen und Stellungnahmen der Behörden ist für den 15. Mai festgesetzt.
Betriebsstart steht bevor
Wird sich dadurch der Start der Biomethananlage verzögern? Revis will sich zum Genehmigungsprozess für die Einleiterlaubnis derzeit nicht äußern. Die Anlage werde jedoch noch zu Beginn dieses Jahres ihren Betrieb aufnehmen. „Dies beinhaltet die Befüllung der Fermenter mit Substrat sowie die Inbetriebnahme der Gas- und CO2-Aufbereitung. Nach dem erfolgreichen Start wird die Menge an Wirtschaftsdünger, die täglich verarbeitet werden soll, kontinuierlich erhöht“, teilt Revis auf Anfrage unserer Redaktion mit. Bis zur Inbetriebnahme würden alle geforderten Aspekte vorliegen, „die für einen genehmigungskonformen Betrieb erforderlich sind“, heißt es abschließend. Ob die Pipeline für das Abwasser bereits errichtet ist, blieb unbeantwortet.
„Folgerichtiger Schritt“
Die BBSU sieht sich in ihrem weiteren Vorgehen gegen die Großanlage von Revis bestärkt. Die nun erfolgte Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Einleiterlaubnis sei „ein Schritt, mit dem wir gerechnet haben, und der folgerichtig ist nach den Einwänden, die wir gegen die Einleiterlaubnis haben“, sagt BBSU-Sprecher Carsten Ambacher im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Bedenken gegen die Einleiterlaubnis bestünden weiterhin.
Verträge unterzeichnet: Nordfuel-Geschäftsführer Rainer Tögel (links) und Stefan Hilker freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit. Foto: Schiwyair
Einen Großteil der Logistikleistungen für die in der Fertigstellung befindliche Biomethananlage im C-Port wird die Firma Hilker aus Friesoythe übernehmen. Das teilten Hilker und die Nordfuel GmbH nun mit. Die Verträge seien unterzeichnet. Hilker beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 100 Fahrzeugen. Das Unternehmen soll den „eigenen Fuhrpark im Bereich Logistik“ unterstützen, wie Rainer Tögel, Nordfuel-Geschäftsführer, mitteilt. „Das ist für uns der nächste Meilenstein in Richtung Wachstum“, sagt Stefan Hilker. Sein Unternehmen arbeite zudem daran, dass der Fuhrpark CO
