Bösel - Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Aloys Gelhaus in der Familienpolitik. Nun hat sich der Böseler mit zwei Petitionen an die Niedersächsische Landesregierung gewandt.
1. Petition: „Verbesserung der Betreuungsqualität in Kitas“
Die Petitionen sind seit dem 9. Juli für sechs Wochen online. Aloys Gelhaus benötigt mindestens 5000 Unterstützer. Wer die Petitionen mitzeichnen möchte, kann dies tun unter:
Zum einen geht es ihm um die „Verbesserung der Betreuungsqualität in den niedersächsischen Kindertagesstätten“. Gelhaus fordert in seiner Petition die Landesregierung auf, „die dem Alter des Kindes entsprechenden und allgemein anerkannten Qualitätsstandards in Krippen und Kindergärten unverzüglich gesetzlich zu verankern und zu realisieren“. Insbesondere geht es ihm um den Betreuungsschlüssel. Das heißt, wie viele Kinder von einer oder mehreren Fach- oder Betreuungskräften betreut werden. Derzeit würden sich im Kindergarten zwei Fachkräfte um maximal 25 und in der Krippe drei Fachkräfte um maximal 15 Kinder kümmern. Doch Studien hätten gezeigt, dass das zu viel sei. Daher fordert der Böseler in seiner Petition: „Die Gruppenstärken sind dem anerkannten Qualitätsstandard entsprechend von 15 auf 12 in Krippen beziehungsweise von 25 auf 20 im Kindergarten zu senken.“
„Eltern müssen auf Qualität vertrauen können“
„Die Eltern müssen darauf vertrauen können, dass die Qualität stimmt, wenn sie ihre Kinder in die Kita geben“, begründet Gelhaus sein Anliegen. Bei der derzeitigen Situation könne das Kindeswohl nicht angemessen garantiert werden. Zudem sei die frühkindliche Entwicklung gefährdet.
Außerdem sei auch dem Kita-Personal diese Situation nicht dauerhaft zuzumuten. Dort komme es aufgrund der andauernden Arbeit an und über der Belastungsgrenze zu vermehrten krankheitsbedingten Fehlzeiten. Daher erhofft sich der Böseler auch Unterstützung für seine Petition aus den Kitas. 450 in ganz Niedersachsen hat er bereits angeschrieben. Es habe auch schon positive Rückmeldungen gegeben.
2. Petition: „Abbau der extrem ungleichen Familienförderung“
In seiner zweiten Petition fordert Gelhaus den „Abbau der extrem ungleichen Familienförderung“. Das Bundesverfassungsgericht habe bestimmt, dass Eltern entscheiden könnten wie sie ihre Kinder erziehen wollten – ob beispielsweise von einem Elternteil, beiden oder es in eine Kita geben – und der Staat die Entscheidung respektieren, ermöglichen und fördern müsse. Bei der Familienförderung ergebe sich jedoch ein Ungleichgewicht. Unter anderem zeige sich dies bei der Staffelung und der Bezugsdauer des Elterngeldes. Viele Eltern seien gezwungen, wieder arbeiten zu gehen, weil die Förderung ausläuft. „Ich möchte, dass die Eltern frei entscheiden können, ob sie arbeiten gehen oder ihr Kind zu Hause erziehen wollen“, sagt Gelhaus.
Thematik weiter verfolgen – auch bei Scheitern
Auf parteipolitische Ebene – Gelhaus war lange Jahre CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender in Bösel und Kreistagsabgeordneter – sei er nicht weitergekommen. Daher wende er sich nun mit den Petitionen direkt an die Landespolitik. Dabei hofft er auf zahlreiche Unterstützung für seine Petitionen. Falls diese jedoch scheitern sollten, will Gelhaus aber weiter politisch dran bleiben. „Ich werde mir die Gutachten zu der Thematik weiter anschauen“, sagt er. Am Montagabend (Stand 18 Uhr) hatten bereits 108 Unterstützer die erste und 33 Teilnehmende die zweite Petition unterzeichnet.
