Bösel - Das Gebäude an der Friesoyther Straße 7, in dem sich der Böseler Combi-Markt befindet, hat einen neuen Eigentümer. Das bestätigte die Mieterin, die J. Bünting Beteiligungs AG, zu der die Combi-Märkte gehören, auf Anfrage unserer Redaktion. Wie es weiter geht, und ob der Combi-Markt erweitert wird, dazu will Bünting noch nichts sagen. Nur so viel: „Wir befinden uns im Gespräch mit dem neuen Eigentümer. Konkrete Ergebnisse wird es voraussichtlich frühestens Ende Oktober geben“, teilte Pressereferentin Martina Monsees mit.
„Handlungsbedarf“
Derweil sieht die Verwaltung „dringenden Handlungsbedarf“ und wünscht sich einen größeren Verbrauchermarkt für Bösel, wie Bürgermeister Hermann Block gegenüber unserer Redaktion anmerkte. Bösel sei ein wachsender Ort, in dem sich immer mehr Leute mit dem Dingen des täglichen Lebens eindecken müssten. Der Combi-Markt sei aber zu klein für moderne Supermarkt-Konzepte, die zum Beispiel deutlich niedrigere Regale zur modernen Warenpräsentation und breitere Gänge hätten, sagte Block. Allein dafür werde mehr Platz benötigt. Wichtige Größen im Marketing seien die Zeit, in der sich die Menschen im Supermarkt aufhalten, und ihr Einkaufserlebnis.
Und natürlich gehe es nicht ohne ein attraktives Sortiment. So verwies Block darauf, dass es in Bösel keinen Drogerie-Markt gebe – dafür reiche die Kaufkraft nicht. „Daher müsste dieses Angebot eigentlich im Supermarkt gemacht werden“, so Block. Ebenso reiche die Böseler Kaufkraft nicht für einen zusätzlichen Discounter oder einen weiteren Vollsortimenter, also einen Supermarkt, in dem es eine breitere Auswahl an Produkten gibt. Zum Beispiel mehrere Marken Honig-Senf, oder H-Milch von mehreren Anbieter, oder verschiedene Fensterreinigungsmittel.
Mögliche Probleme
Die Sorge des Bürgermeisters: Wenn die Böseler in den Verbrauchermärkten ihres Ortes nicht mehr alles bekommen, was sie zum täglichen Bedarf brauchen, fahren sie in die Nachbarkommunen. Das wäre ein Problem für Bösels übrigen Einzelhandel. Denn Kunden, die mit ihrem Auto schon mal irgendwo anders sind, nutzen die Gelegenheit, Dinge einzukaufen, die sie sehr wohl auch in Bösel hätten bekommen können.
Das Thema ist nicht neu für Bösel. Die Erkenntnisse des Bürgermeisters stammen unter anderem aus dem Einzelhandelskonzept. So etwas sollte jede Kommune haben, um Ansiedlung von Einzelhandel und Gewerbe gezielt steuern zu können. Schon vor Jahren sind in der Politik diesbezüglich Beschlüsse zur Bauleitplanung gefasst worden: Der Bebauungsplan ermöglicht es, dass das Supermarkt-Gebäude an der Friesoyther Straße von derzeit rund 1100 Quadratmetern erweitert werden kann. Dass es nun dort vorangeht, hofft die Gemeinde.
