Bösel - Für die Ausbaupläne der Physiotherapiepraxis Preuth müssten an der Ecke Pfarrer-Sommer-Straße/Dr.-Apke-Straße mehrere alten Eichen gefällt werden. Das stößt bei Anwohnern auf Widerstand. Circa zehn von ihnen waren zur Ratssitzung am Mittwochabend im Ratssaal gekommen, um in der Einwohnerfragestunde auszuloten, welche Alternativen es gibt.
Im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss hatte die Politik beschlossen, planungsrechtliche Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Physiotherapeut Markus Preuth erweitern kann. Zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 27 „Auf dem Esch“ werden bis zum 10. August die Behörden und die Öffentlichkeit beteiligt. Bürgermeister Hermann Block (CDU) bestärkte die Anwohner darin, ihre Anmerkungen und Ideen einzubringen.
Fragen abklären
Einiges konnte aber bereits in der Sitzung geklärt werden. So versicherte Block, es gehe der Gemeinde darum, einen bestehenden Anbieter im Gesundheitswesen eine Entwicklung zu ermöglichen. Block: „Für eine Neuansiedlung würde ich das nicht machen. Aber hier haben wir Bestand, den gilt es zu erhalten.“
Eine Sorge der Anwohner war, dass in einem allgemeinen Wohngebiet (WA) zu dem die Grünfläche werden soll, womöglich „alles“ gebaut werden dürfe. Das sei nicht der Fall, erläuterte Bauamtsleiter Christoph Burtz: „Das allgemeine Wohngebiet ist das am besten geschützte Gebiet.“ Zulässig sei nichtstörendes Gewerbe, wie es das bereits jetzt in der Nachbarschaft gebe. Aber auch Mehrfamilienhäuser seien im allgemeinen Wohngebiet denkbar. Wie viele Wohneinheiten möglich seien, werde das Innenverdichtungskonzept der Gemeinde festlegen, das derzeit erarbeitet wird.
Vorschläge machen
Indes versicherte Block, die Gemeinde wolle die übrige Fläche, die die Physiotherapiepraxis nicht benötige, nicht verkaufen. Auch erläuterte er, dass Bäume nicht einfach so gefällt werden könnten. Es komme darauf an, ob ein Baum im Bebauungsplan festgesetzt sei. Das trifft auf einige der Bäume auf der Grünfläche neben der Praxis zu, aber nicht auf alle. Gefällte Bäume müssten anderswo ersetzt werden.
Nicht möglich sei es, dass Preuth auf seinem Grundstück erweitere, so die Böseler Verwaltung. Selbst wenn alle angrenzenden Nachbarn dem zustimmten. Auf dem neuen Grundstück seien aber neue Vorgaben möglich. So bestärkte Block die Anwohner darin, schriftlich vorzuschlagen, den Geltungsbereich des Bebauungsplans zu begrenzen. Also festzuschreiben, dass ausschließlich Platz für die Praxis geschaffen wird, nicht für weitere Gebäude.
