Bösel - Bis zum Cloppenburger Weihnachtsmarkt vor vier Jahren hatte der Böseler Dirk Mammen mit Bienenzucht nichts am Hut. Doch dann musste er eines Abends in der Weihnachtszeit beim Stand des Cloppenburger Imkervereins Schutz vorm Wetter suchen und kam ins Gespräch mit der Imkerin. „Ich habe Tausend Fragen gestellt. Irgendwann hat mir die gute Frau einen Zettel für einen Imkerkursus in die Hand gedrückt. Den habe ich am nächsten Tag in der Jeanstasche gefunden“, berichtet der 42-jährige Fahrschullehrer.
Schon der Kursus selbst war eine Herausforderung: Wer den Imkerschein haben wollte, musste über ein Jahr an jeder Stunde teilnehmen. Zu Beginn habe er keine Ahnung gehabt, was auf ihn zukommt. Alles war neu: Die Fachbegriffe, das Zusammenspiel mit der Natur, die unterschiedlichen Betriebsweisen, also die Arten wie man Imkern kann. „Mehrere Leute haben mir gesagt: Wenn du damit anfängst, wirst du süchtig. Das stimmt wirklich“, sagt Mammen, der auch gerne angelt und reist.
Der Kursus war ein Vorgeschmack auf das Hobby: „Das kann man nicht nebenbei machen, das muss man ernst nehmen“, sagt Mammen, der sich mehr und mehr für Bienen begeistert. Sie seien unglaublich intelligent, sorgten füreinander, es sei einfach beeindruckend. Mammen hat alle um ihn herum angesteckt: Familie, Freunde, alle interessieren sich sehr für die Bienen. „Es ist ein familiäres Hobby, die Kinder interessieren sich alle dafür.“ Aber es schrecke Interessenten auch ab, wenn sie merken, wie viel Zeit er investiere. Ehefrau Ruth Mammen hat inzwischen auch mit dem Imkerschein begonnen. Der Kursus wurde jedoch in Corona-Zeiten abgebrochen.
Hilfe kann Mammen gut gebrauchen: Beim Vorbereiten und Streichen der Kästen, beim Bau und der Pflege der Wabenrahmen und bei der Ernte und Verarbeitung des Honigs. Von April bis Juni, wenn am meisten los ist im und um die Bienenstöcke, ist Mammen jeden Tag bei seinen Bienenvölkern, um nachzusehen, wie es ihnen geht. Er startete mit zehn Völkern und hat inzwischen 18, deren Kästen in seinem Garten, an den Standorten der Fahrschule Mammen und im Moor stehen.
In der Imkergruppe Friesoythe-Bösel ist Mammen nicht der einzige „Jung-Imker“, aber natürlich könnten es mehr sein.
