Bösel - Der Bau eines Kreisverkehrs an der Cäciliakirche in Bösel ist beschlossene Sache. Bis es in der Ratssitzung am Mittwochabend zum Satzungsbeschluss kommen konnte, musste der Gemeinderat jedoch Widerstände überwinden und Kompromisse eingehen. So werden Radfahrer im Kreisverkehr auf der Straße fahren müssen. Wer aus Richtung Friesoythe kommt, wird dazu vor dem Kreisel auf die Straße geleitet. Rad- und Autoverkehr ist gleichberechtigt unterwegs.
Sicherste Lösung
Studien und die Auswertung von Unfallstatistiken hätten ergeben: „Das ist die sicherste Führung“, berichtet Natalia Ignatowicz, Leiterin der Abteilung Verkehrstechnik des Ingenieurbüros IST aus Schortens, das die Planungen übernommen hat. Unfälle mit Radfahrern passierten in Kreisverkehren am häufigsten beim Ein- und Abbiegen.
Der Kreisverkehr sei so gestaltet, dass der Autofahrer die Radfahrer früh sehen könne, versicherte IST-Planer Marten Ohmstede. Überholen im Kreisverkehr werde verhindert. „Das erfordert selbstbewusstes Fahren der Radfahrer“, gab Ignatowicz zu.
„Das sind wir auf dem Lande nicht gewohnt, das wird keiner machen“, sagte Bürgermeister Hermann Block (CDU). Im Vorfeld hatte es auch aus der Politik Kritik gegeben, abgetrennte Radwege auf beiden Seiten waren der ausdrückliche Wunsch.
Aus der Stellungnahme des Landkreises Cloppenburg wird deutlich, dass es dort grundsätzlichen Widerstand gegen einen Kreisverkehr gibt. Es gebe keine städtebauliche Begründung, warum an dieser Stelle ein Kreisverkehr und keine Ampelanlage gebaut werde solle. Bösel habe zwar vorgebracht, ein Kreisel werde den Verkehrsfluss verbessern und die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer erhöhen. Doch der Landkreis bewertet diese Gründe als nicht ausreichend. Zudem werde „von anderen Behörden und Trägern öffentlicher Belange“ eine Ampelanlage favorisiert.
Tatsächlich aber ist dem Land Niedersachsen ein Kreisverkehr auf der Landesstraße lediglich zu teuer. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat die Kreuzung als Unfallhäufungspunkt registriert und daher eine Ampel empfohlen. Gegen einen Kreisverkehr bestehen aber auch „keine Bedenken“, heißt es in dessen Stellungnahme. Finanziell beteiligt sich das Land an den Kosten aber nur mit dem Betrag, den eine Ampelanlage gekostet hätte. Block merkte noch einmal an, dass Bösel aber Geld aus der Städtebauförderung bekomme. Auch das sind Landesmittel – nur aus einem anderen Topf. Bösel wird also trotz Widerstands vom Landkreis am Kreiselbau festhalten.
Lärm und Licht
Eine direkte Anwohnerin hatte zudem angemerkt, durch den Kreisel komme der Verkehrslärm näher und Scheinwerferlicht werde sie stören. Ihre Wohnqualität werde sinken. Ja, eine Hauptverkehrsstraße sei nicht die beste Wohnlage, sagte Martin Schmidt-Roschow, neuer Mitarbeiter im Böseler Bauamt. Aber dadurch, dass der Kreisverkehr etwas anders liege, als die Kreuzung, sei die Störung durch Scheinwerferlicht nicht so stark. Ansonsten sei die Gemeinde noch im guten Gespräch mit der Anwohnerin.
