Bösel - Physiotherapeut Markus Preuth möchte seine Praxis an der Pfarrer-Sommer-Straße erweitern. Doch das ist auf seinem eigenen Grundstück nicht möglich. Die Gemeinde Bösel will ihm daher ermöglichen, auf der Grünfläche an der Straße Auf dem Esch zu erweitern.
Weil derzeit keine Fachausschüsse abgehalten werden, hat der in nichtöffentlicher Sitzung tagende Verwaltungsrat einen Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung auf den Weg gebracht.
Preuth verzeichne eine steigende Nachfrage, berichtet Bürgermeister Hermann Block (CDU) in einem Pressegespräch. „Über jeden Gesundheitsberuf, den wir in der Gemeinde haben, sind wir froh. Das, was wir haben, wollen wir erhalten.“
Das Problem: Auf dem Grundstück ist eine Erweiterung nicht möglich. Die Grundflächenzahl (GRZ), die angibt, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut werden dürfen, sei „ausgereizt“, heißt es in den Ausschussunterlagen. Sie ist für das allgemeine Wohngebiet (WA) auf 0,4 festgesetzt. 40 Prozent der Fläche dürfen also bebaut werden. Die Grundflächenzahl gehöre zum Grundzug der Planung, daher sei eine Befreiung von der Festsetzung nicht genehmigungsfähig.
Die Lösung, die die Verwaltung daher vorschlägt: Das Grundstück des Physiotherapeuten muss größer werden. Dazu soll die Grünfläche der Gemeinde, die derzeit als „Fläche für Maßnahmen zum Schutz zur Pflege und Entwicklung der Natur und Landschaft“ festgesetzt ist, zur Wohnbaulandfläche werden. „Ein Teil der Fläche soll dann an den Eigentümer der Physiotherapiepraxis verkauft werden“, heißt es in den Unterlagen.
Die Kosten für Planung und Kompensation des Baumbestandes sollen in einem „Städtebaulichen Vertrag“ geregelt werden. Es werde aber angestrebt, „soviel Baumbestand zu erhalten, wie möglich“, versichert Block.
