Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Böseler Hausarzt betroffen Nach Corona langsam zurück ins gewohnte Leben

Der Böseler Hausarzt Holger Meister leidet auch ein Jahr nach seiner Corona-Infektion noch an Langzeitfolgen.

Der Böseler Hausarzt Holger Meister leidet auch ein Jahr nach seiner Corona-Infektion noch an Langzeitfolgen.

Archiv/Eva Dahlmann-Aulike

Bösel - Holger Meister hat das durchgemacht, wovor sich aktuell viele Menschen fürchten: Vor rund einem Jahr – Anfang Februar 2021 – steckte sich der Hausarzt aus Bösel bei einer politischen Sitzung mit dem Corona-Virus an. „In der darauffolgenden Woche habe ich meine Sprechstunde noch normal gemacht, ich habe keine Symptome gehabt. Doch mein Test am Freitag war dann positiv“, erzählt Holger Meister. Schon wenig später gab es die ersten Anzeichen einer Infektion.

Künstliche Beatmung

Seine Erkrankung verlief alles andere als mild, schon rund zehn Tage nach der Ansteckung hatte sich sein Zustand so stark verschlechtert, dass er ins Krankenhaus kam. „Ein paar Tage später wurde ich auf die Intensivstation verlegt“, erzählt der 62-Jährige. Hier musste er künstlich beatmet werden. In seiner Praxis fiel er etwa ein halbes Jahr aus.

Lade ...

Noch immer bestimmt die Erkrankung seinen Alltag. So kämpft der Böseler auch heute noch – rund ein Jahr später – mit den Langzeitfolgen. Dazu zählen Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfung und Atemnot. „Das ist natürlich auch hier im Praxisalltag nicht immer einfach“, sagt Holger Meister. Auch sein Sportprogramm, dass er früher regelmäßig absolvierte, funktioniert noch nicht wieder so, wie er es gewohnt war. Zur Unterstützung führt er sich selbst täglich zusätzlichen Sauerstoff zu.

Der Hausarzt, der schon seit vielen Jahren als Impfbefürworter bekannt ist, warnt davor, eine Corona-Infektion zu unterschätzen. Er positioniert sich klar für die Corona-Impfung. In seiner Praxis bietet er regelmäßige Impfaktionen an. Diese wurden vor allem zu Beginn sehr gut angenommen.

„Anfangs war hier wirklich viel los, das haben wir aber gut bewältigt. Nach einer Zeit flacht die Nachfrage natürlich ab, das ist normal. Ich habe ja immer die Hoffnung, dass noch Ungeimpfte kommen, die sich doch nochmal Gedanken gemacht haben“, sagt Meister.

Sachlich aufklären

Nur wenige Menschen holen sich bei ihm aktuell noch ihre erste Impfung ab. Corona-Leugner oder Impfgegner gebe es in seiner Praxis nur wenige. Grundsätzlich versucht er, sachlich und mit guten Argumenten aufzuklären. „Ich habe es nur einmal erlebt, dass jemand komplett dicht gemacht hat. Den habe ich dann auch irgendwann gebeten, zu gehen. Das macht dann auch keinen Sinn mehr“, sagt Holger Meister.

Zwar würde das oft genannte Argument von Impfgegnern, dass die Impfung ja ohnehin nicht vor einer Ansteckung schütze, stimmen. „Aber eine Impfung trainiert das Immunsystem und kann auf jeden Fall schwere Verläufe abwenden“, sagt er. Dies versucht er auch immer an seine Patientinnen und Patienten weiterzugeben. „Damit niemand das so erlebt, wie ich es erlebt habe“, sagt Holger Meister.

Eyleen Thümler
Eyleen Thümler Redaktion Nordenham
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham