Barßel - Es war immer sein wichtigstes Ziel: der Erhalt der plattdeutschen Sprache. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der gebürtige Visbeker und jetzige Barßeler Heinz Scheele immer wieder an den Schreibtisch gesetzt, geforscht und geschrieben. Dabei ging es viel um seine Heimat im Landkreis Vechta, um die Barßeler Geschichte und natürlich um viele plattdeutsche Werke. Sein Abschiedsbuch hat er jetzt zusammen mit dem Bürger- und Heimatverein Barßel im Pfarrheim präsentiert. Der Titel: „För pläseierlicke Stünn“.
Gemischte Werke
Im Buch enthalten: besinnliche, informative und humorvolle Kurzgeschichten, einige Gedichte und Gebete, sowie bekannte Volkslieder. „Es geht um Erlebnisse aus dem Alltag auf dem Lande, aus der Kinderzeit und Schule, beim Gericht, beim Doktor oder auf dem Bauernhof“, sagt Scheele, der wohl auch die meisten Artikel in den Barßeler Blättern, dem Heft vom Bürger- und Heimatverein Barßel, geschrieben hat. Vieles dabei ist autobiographisch, der Autor berichtet über das Brauchtum in seiner südoldenburger Heimat, mit der er sich sehr eng verbunden fühlt. Vor allem aber kommt eines nicht zu kurz: der typisch trockene, norddeutsche Humor. Visuell wird der Lesestoff dabei durch zahlreiche Zeichnungen der Künstlerin Monika Lehmkuhl aus Oldenburg begleitet.
Ebenfalls ein besonderes Anliegen ist es Scheele, dass durch die plattdeutschen Werke das „Heimatgefühl“ gewahrt bleibt. „In der heutigen schnelllebigen Zeit hat sich doch einiges geändert. Deshalb ist es auch so wichtig, dass man die alten Döntkes, Geschichten und Lieder auch erhält und so auch an kommende Generationen weitergibt“, sagt Scheele.
Gute Zusammenarbeit
„Wir haben uns immer über die Zusammenarbeit mit Heinz Scheele gefreut. Eine Zeit lang hat er die Barßeler Blätter ja fast selbst geschrieben. Dafür danken wir ihm sehr“, sagte Otto Elsen, 1. Vorsitzender des Heimatvereins, bei der Buchvorstellung. Das Buch wird zu einem subventionierten Preis von fünf Euro pro Stück abgegeben – „damit auch Leute mit einem schmalen Geldbeutel dieses Buch erwerben können“, sagt der 87-Jährige. Das Ziel des Autors und der Heimatvereine ist es, in der Bevölkerung eine möglichst breite „Lese-Plattform“ zu schaffen, um den laut Scheele „dramatischen Verfall unserer Muttersprache Platt“, aufzuhalten. Das Buch kann über die Heimatvereine in Barßel und Visbek sowie bei Scheele selbst gekauft werden. Der Autor spendet den Erlös dabei den genannten Heimatvereinen.
