Cloppenburg - An diesem Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft mit dem Eröffnungsspiel in Rom zwischen der Türkei und Italien. Bisher hat allerdings noch kein waschechter Südoldenburger als A-Nationalspieler den Sprung zu einer Europameisterschaft geschafft. Jedoch waren im Oldenburger Münsterland schon Akteure aktiv, die als Aktive oder Trainer an einer EM teilgenommen haben.
Turbulenzen
Einer von diesen Akteuren ist „Jupp“ Derwall, der 1946 kurzzeitig im Dress des BV Cloppenburg aktiv gewesen ist. Derwalls EM-Historie kann turbulenter kaum sein. Bereits 1976 erlebte er als Co-Trainer unter Bundestrainer Helmut Schön mit, wie ein gewisser Uli Hoeneß im denkwürdigen Elfmeterschießen im Finale gegen die damalige Tschechoslowakei den Ball in den Belgrader Nachthimmel drosch. Am Ende jubelten die Tschechoslowaken, auch weil Antonin Panenka den deutschen Keeper Sepp Maier per Lupfer vom Elfmeterpunkt ganz alt hat aussehen lassen.
Vier Jahre später sollte jedoch Derwall jubeln dürfen. Er war mittlerweile zum Bundestrainer aufgestiegen. Seinerzeit war die „Euro“ in Italien gewesen. Die Deutschen schafften erneut den Sprung ins Endspiel, wo sie auf Belgien trafen.
Rummenigges Ansage
Ein Doppelpack von Horst Hrubesch vom Hamburger SV bescherte Deutschland einen 2:1-Erfolg und somit den EM-Triumph. Legendär die Entstehungsgeschichte vor dem Siegtreffer von Hrubesch, als der ausführende Eckballschütze Karl-Heinz Rummenigge zu einem Fotografen sagte: „Stell die Linse scharf, gleich knallt es.“ Er sollte recht behalten. Rummenigges Ecke beförderte das „Kopfballungeheuer“ Hrubesch stilecht per Kopf ins Tor.
Zum damaligen EM-Aufgebot Deutschlands gehörte auch Caspar Memering vom Hamburger SV, der später unter anderem den SV Bösel coachte. Er hatte es zwar nicht in die Stammformation des DFB gepackt, doch immerhin kam er im dritten Gruppenspiel der Europameisterschaft 1980 gegen Griechenland (0:0) zum Einsatz. Endspielgegner Belgien habe eine starke Mannschaft gehabt. „Aber wir haben die Tore gemacht“, sagte Memering einmal im Gespräch mit unserer Redaktion. 1984 ereilte die DFB-Elf bei der „Euro“ in Frankreich das vorzeitige Aus, und Franz Beckenbauer trat die Nachfolge Derwalls an
EM-Champion
Wie es sich anfühlt, bei einer Europameisterschaft erfolgreich zu sein, weiß auch der ehemalige BVC-Angreifer Til Bettenstaedt. Er nahm, seinerzeit noch in Diensten des VfB Marburg, im Jahr 1992 mit Deutschlands U-16-Nationalmannschaft an der EM auf Zypern teil. Im Finale traf Bettenstaedt mit seinem Team auf Spanien.
Am Ende behielt die deutsche Elf in Larnaka mit 2:1 die Oberhand. Bettenstaedt, der später einmal für den FC Schalke 04 in der Bundesliga zum Einsatz kam, hatte als Mitspieler seinerzeit unter anderem Lars Ricken von Borussia Dortmund, der mit dem BVB zahlreiche Titel gewann.
