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Anlieger in Cloppenburg besorgt Wie schafft man den Spagat zwischen Anwohnern und Investoren?

Cloppenburg - Weil im Inselviertel in Cloppenburg theoretisch Mehrfamilienhäuser mit zwei Geschossen in beliebiger Höhe und mit beliebig vielen Wohneinheiten gebaut werden dürfen, will die Stadt Cloppenburg für das Gebiet einen neuen Bebauungsplan festlegen. Der aktuelle Plan inklusive der Bauvorschriften datiert aus dem Jahr 1973. Über das Thema hat am Mittwochabend der Planungsausschuss der Stadt beraten. Zahlreiche Anwohner waren in die Sitzung in der Stadthalle gekommen, um ihre Anliegen und Fragen vorzutragen.

Spagat schaffen

Man versuche mit der jetzt gestarteten Planung einen Spagat zwischen der nötigen und gewollten Nachverdichtung des Gebiets und den Menschen, „die das Viertel erhalten wollen“ hinzubekommen, beschrieb Planungsamtsleiter Björn Drebbermüller das Problem. Die Anwohner fürchten weitere Bausünden und riesige Mehrfamilienhäuser. Sie wollen zudem mehr Versiegelung der Fläche durch Parkraum und zu viel Verkehr auf den engen Straßen vermeiden. „Das Inselviertel wird sich krass verändern, aktuell gibt es bei uns überwiegend Einfamilienhäuser. Muss die Verdichtung so heftig werden“, fragte eine Anwohnerin.

Digitales TREFFEN

Am Sonntag, 4. Juli, 19 Uhr, lädt die Interessensgemeinschaft Inselviertel per Zoom-Sitzung alle Interessierten zu einem Informationsaustausch über den Bebauungsplan ein. Die Meeting-ID ist 999 4163 1440. Das nötige Passwort gibt es bei Bernhard Wesenick: b-wesenick@hs-osnabrueck.de, t  04471/87272.

Man sei prinzipiell nicht gegen die Verdichtung, es gebe aber bereits jetzt Grundstücke, die zu fast 100 Prozent überbaut seien, monierte ein Anwohner. Und kleine Grundstücke würden zu horrenden Preisen an Investoren verkauft. „Diese Projekte machen den Charakter des Viertels kaputt. Junge Familien haben gar keine Chance, hier was Bezahlbares zu finden“, führte Anwohner Dr. Ludger Heuer aus.

Björn Drebbermüller und seine Kollegin Annika große Austing erläuterten, dass der Plan ein Anfang sei. Sie boten außerdem ein Treffen im Rathaus an. Weiter fortgeschritten sind die Planungen erst im Bereich zwischen Juiststraße – dort sind künftig maximal sechs Wohneinheiten möglich, die Firsthöhe beträgt 11,50 Meter – und Am Rennplatz – maximal acht Wohneinheiten bei einer Wohneinheit pro 150 Quadratmeter, die Firsthöhe ist auf 11.50 Meter begrenzt. Einen Vorschlag gibt es auch zwischen Aslage, Westerlandstraße und Friesoyther Straße.

Tiefgarage bauen

Ein Anreiz für Eigentümer könnte sein, eine Tiefgarage zu bauen. In bestimmten Bereichen sollen zwei zusätzliche Wohnungen gebaut werden dürfen, wenn unterirdisch geparkt wird. Der Vorentwurf und die Fortführung der Bauleitplanung wurden bei sieben Ja-Stimmen, einem Nein und fünf Enthaltungen zum Beschluss empfohlen.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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