Cloppenburg - Besuch von einem unabhängigen Berater und nicht von einem Verkäufer bekommt, wer sich am „Solar-Check“ beteiligt. Das ist Stefan Sandker vom Landkreis Cloppenburg besonders wichtig zu betonen, als er am Donnerstag zusammen mit Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese und der städtischen Klimaschutzmanagerin Wiebke Böckmann das Projekt vorstellt. „Solar-Check“ gibt es zwar schon seit 2016, aber in diesem Jahr ist das Angebot erstmals ein Gemeinschaftsprojekt von Klimaschutz- und Energieagentur sowie Verbraucherzentrale Niedersachsen mit Stadt und Landkreis Cloppenburg. 100 Termine gibt es ab sofort und längstens bis zum 15. Juli für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die sich zum Thema Solarenergie beraten lassen wollen.
In den zurückliegenden Jahren haben im Rahmen des „Solar-Checks“ über 200 Beratungen stattgefunden. Sinkende Preise für Solarmodule haben dafür gesorgt, dass 2019 mehr Solarstromanlagen gebaut wurden als in den Vorjahren.So ist die Stromerzeugung nach Angaben der Stadt Cloppenburg zu 10 bis 12 Cent pro kW/h möglich und damit deutlich günstiger als der Strombezug mit durchschnittlich 30 Cent pro kW/h. Durch die Ersparnis würden sich die Anlagenkosten innerhalb von zehn bis 20 Jahren refinanzieren.In der Stadt Cloppenburg kamen 2019 laut Klimaschutz- und Energieagentur 1,4 Megawatt (MW) und im Landkreis Cloppenburg 18,2 MW hinzu. Insgesamt verfügt die Stadt über rund 22,3 MW und der Kreis über rund 295 MW installierter Leistung an Solarstrom.Anmeldung für den „Solar-Check“ – Stadt Cloppenburg: Wiebke Böckmann (
„Die Verbraucherzentrale kann auf einen Pool von geschulten Beratern zurückgreifen“, sagt Böckmann. Die etwa 90-minütige Beratung sei hersteller-, produkt- und gewerkeneutral. Von den Kosten, genau 285 Euro, muss der Hauseigentümer nur 30 Euro übernehmen. „Da springen wir mit ein, am Preis soll es schließlich nicht scheitern“, sagt Bürgermeister Wiese.
Bei einem Hausbesuch – natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln – sollen die Möglichkeiten für solare Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sowie Stromerzeugung untersucht werden. „Es geht darum: Was bringt das für mich? Was muss ich da machen, und was ist überhaupt machbar?“, sagt Wiese. So sei der Termin eher eine Vorstufe, an dem auch über Fördermöglichkeiten etwa durch KfW-Kredite gesprochen werden kann. „Es gibt da jedes Jahr ein neues Förderprogramm, da kann man schon komplett die Übersicht verlieren“, meint Sandker.
„Wir wollen nicht in Konkurrenz zu Beratungen im handwerklichen Bereich treten“, macht Wiese klar. „Jeder kann nach der Beratung zum Handwerker seines Vertrauens gehen. Allerdings kann man diesem nach der Beratung Fragen stellen, die man vor der Beratung nicht hätte stellen können“, ergänzt Sandker.
„Die Sonne wird scheinen“, kommt von Wiese eine nicht allzu wagemutige Prognose. Auch der Bürgermeister will nichts verkaufen, aber eine Ausweitung von erneuerbaren Energien in der Stadt und im Landkreis Cloppenburg würde ihm schon sehr gefallen.
