• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg

Brief Kommt Nach 39 Jahren Zurück: Cloppenburgerin wird vom guten, alten Briefzeitalter eingeholt

06.01.2018

Cloppenburg Erinnern Sie sich noch? Damals – gefühlt vor einer halben Ewigkeit, im Zeitalter vor E-Mail, Whatsapp, Twitter und Facebook – schrieben sich die Menschen Briefe und Postkarten, um sich etwas mitzuteilen. Nicht innerhalb von Sekunden, sondern frühestens einen Tag später ging die Nachricht beim Adressaten ein. Das war aus heutiger Sicht nicht nur langsam, sondern irgendwie auch beruhigend und gemütlich.

Vater kurt in Bayern

Die gebürtige Cloppenburgerin Heike Vogelsang (geb. Bröring) ist jetzt vom Briefzeitalter wieder eingeholt worden.

Heike Vogelsang mit dem Brief ihres Bruders und der Postkarte ihres Vaters. Beides bekam sie nach 39 Jahren zugestellt. Bild: Bernd Vogelsang

Nach 39 Jahren – in Worten neununddreißig! – hat die heute 47-Jährige einen ungeöffneten Brief zurückbekommen, den seinerzeit ihr Bruder Hartmut dem gemeinsamen Vater Werner Bröring in dessen damaligen Kurort Bad Kohlgrub geschickt hat. Der heute 50-jährige Hartmut Bröring hatte im Sommer 1978 als Elfjähriger dem Vater unter anderem über sein neues Fahrrad berichtet. „Und das in schönster Kinderschrift“, schmunzelt Vogelsang, während sie das Schriftstück betrachtet.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Diesen – an ihren Vater adressierten – Brief hat Heike Vogelsang nun nach 39 Jahren in Empfang genommen. Bild: Vogelsang

Die Geschichte vom verlorenen Brief ist an sich ja schon kurios genug – aber es kommt noch besser: Eine von Werner Bröring aus der Kur an die Familie daheim adressierte Postkarte fand zeitgleich mit dem Brief den Weg zurück in die Hände von Heike Vogelsang, die seit 1997 nicht mehr in Cloppenburg wohnt. Mit vier bunten Impressionen aus der bayrischen Idylle grüßte der Kurende seine Lieben in der Heimat: „Genau wie auf dem Brief klebte auf der Karte ein Aufkleber, dass die Sendung nachadressiert wurde wegen unkorrekter Anschrift. ,Bitte Absender verständigen! Deutsche Post/BZ 80. Ermittelte Anschrift Weserstraße 6, 49 661 Cloppenburg’ steht darauf zu lesen“, berichtet Vogelsang.

Doch an der Weserstraße 6 wohnen die Brörings schon lange nicht mehr. Heike Vogelsangs Bruder lebt seit einer gefühlten Ewigkeit in den USA, ihr Vater Werner verstarb vor 16 Jahren mit 72.

Mutter Gloria (im August 2017 im Alter von 83 Jahren ebenfalls verstorben) zog nach dem Tod ihres Mannes zu ihrer Tochter Heike, die mit ihrem Mann Bernd und dem gemeinsamen Sohn Jan (heute 16) eine neue Heimat in Nordhorn gefunden hatte. Dort arbeitet sie seit vielen Jahren als Lehrerin, nachdem sie 1993 in Cloppenburg Abitur gemacht und in Vechta studiert hatte.

Haus verkauft

Das Bröringsche Familiendomizil an der Weserstraße wurde vor 17 Jahren verkauft. Die heutigen Besitzer – Familie Lühring – warfen die alte Karte und den Brief nicht einfach weg, sondern machten sich daran, die Brörings ausfindig zu machen. Lange mussten sie nicht suchen, denn Brörings alte Nachbarin Martina Fisser, die nur einen Steinwurf entfernt an der Allerstraße 6 wohnt, konnte helfen. „Martina hat mir die Schriftstücke, die Mitte Dezember bei Lührings angekommen sind, dann zu uns an die Fürstenstraße 4 in Nordhorn geschickt, wo sie am 21. Dezember angekommen sind“, erzählt Vogelsang. Nachdem sie die nette Weihnachtskarte von Martina Fisser mit den erklärenden Worten gelesen habe, sei sie in Anbetracht der beiden Schriftstücke „voller Freude, aber auch Trauer“ gewesen.

Post hat keine Erklärung

Die Deutsche Post kann sich unterdessen auf den wundersamen Brief- und Postkartenverkehr keinen Reim machen. Die Schriftstücke blieben keine 40 Jahre bei der Briefermittlungsstelle liegen, erklärte eine Sprecherin der Post-Pressestelle in Hamburg auf NWZ-Nachfrage.

Stutzig mache sie, dass die Postkarte aus der Kur und der Brief in die Kur zeitgleich an der Weserstraße angekommen seien. Es könne sein – mutmaßt die Post-Sprecherin –, dass „die Kurklinik ,sich ausgemistet hat’ und weil der Kurgast nicht mehr vor Ort war, Brief und Karte mit der alten Anschrift (Postkarte) und dem alten Absender (Brief) einfach in den Postkasten geworfen hat.

Es sei ihr – sagt Heike Vogelsang – kalt über den Rücken gelaufen, nach so vielen Jahren noch einmal die Schrift ihres verstorbenen Vaters zu sehen. Ein Gefühl, das E-Mail, Facebook und Twitter in der heutigen Zeit leider nicht mehr liefern können.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2801
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.