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CAG-Elternvertreterin schreibt Brief an Landrat Cloppenburger Eltern bemängeln Corona-Kommunikation

Cloppenburg - Seit Dienstagmorgen sind die Siebtklässler des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) bis auf einige Ausnahmen wieder zur Schule gegangen. Wegen eines Corona-Falls waren die Mädchen und Jungen seit dem 24. September in häuslicher Quarantäne gewesen und anschließend getestet worden. Der Ärger über die Kommunikation des Landkreises und die Art der Testungen ist bei einigen Eltern aber noch nicht wieder verraucht, wie Anne Sagebiel-Balsters, Elternsprecherin einer siebten Klasse am CAG zu berichten weiß.

Es sei ein Unding – so Sagebiel-Balsters – in einem Schreiben an Landrat Johann Wimberg (CDU), dass die Einladungen zu den Tests einzig und allein über das schulinterne Internet-Schülerportal Iserv und nicht über Elternbriefe oder Aufrufe in den hiesigen Tageszeitungen gelaufen seien. Nicht alle Kinder würden die Mails lesen, geschweige denn deren Inhalte an die Eltern weitergeben.

Zudem seien die Testungen in drei Zelten vorgenommen worden – in zwei Zelten seien die Kinder gefragt worden, wie der Test vorgenommen werden soll: ob durch die Nase oder den Mund. „Im dritten Zelt wurde nur – ohne Frage – in der Nase die Probe genommen“, so Sagebiel-Balsters. Dies sei laut Aussage mehrerer Mütter sehr schmerzhaft und im Anschluss teilweise mit Nasenbluten verbunden gewesen. „Dass die Testung durch die Nase die unangenehmere ist, ist grundsätzlich klar und zu akzeptieren, aber es kann ja nicht sein, dass die Abläufe in den Zelten unterschiedlich sind.“ Zudem seien keine Ausweise der Schüler überprüft worden.

Es seien übrigens 25 Kinder – so Sagebiel-Balsters – bei dem Testtermin am 1. Oktober nicht getestet worden. Diese sollten danach ja noch eine Woche daheim bleiben. „Hat das jemand im Blick?“, fragt sich die Elternvertreterin. Das sei auch die Frage und Sorge vieler weiterer Eltern gewesen.

Zudem hätten Eltern derzeit keinerlei Überblick, wo innerhalb der Stadt Corona-Hotspots seien. Welche Schulen betroffen seien, werde nicht mitgeteilt. So hätten Mütter und Väter keinerlei Handhabe, die persönlichen Risiken ihrer Kinder in der Schule und in der Freizeit selbst kleinzuhalten. Da jetzt ja Sport wieder vermehrt betrieben werden dürfe, „möchte man ja gerne einschätzen können, mit welchen Kindern von welchen Schulen die eigenen Kinder Kontakt haben“.

Das sagt die Kreisverwaltung

Auf Nachfrage unserer Redaktion hat die Kreisverwaltung Stellung zum Corona-Fall am Clemens-August-Gymnasium (CAG) genommen. Für die Kontaktermittlung sei eine neu gebildete Gruppe innerhalb des Gesundheitsamtes zuständig gewesen, die von der Bundeswehr unterstützt worden sei, schreibt Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl. In der Regel würden ermittelte K1-Personen telefonisch kontaktiert werden. Das habe eine weitere Gruppe im Gesundheitsamt übernommen.

Ein sogenanntes Quarantäneteam kontaktiere positiv Getestete und verfüge die häusliche Quarantäne. Insgesamt seien zehn Teams gebildet worden, von denen jedes einen Arbeitsschritt übernehme und dann an das nächste Team übergebe.

Der Landkreis habe sich mit der CAG-Schulleitung darauf verständigt, über den Internet-Schulserver Iserv zu kommunizieren, dass die Quarantäne vorzeitig beendet werde und der Schulbetrieb vorzeitig wieder aufgenommen werden solle. Eine Ausnahme habe für Schüler gegolten, die nicht über negatives Testergebnis verfügten, da sie noch nicht abgestrichen oder bereits positiv getestet worden waren. Um die Schüler schnellstmöglich zu kontaktieren, sei Iserv als moderne Möglichkeit genutzt worden. Alle Schüler oder Eltern telefonisch zu benachrichtigen, wäre logistisch nicht machbar gewesen. Alternativ hätten die CAG-Siebtklässler erst am Ende der Woche wieder zur Schule gehen dürfen.

 Auf der Homepage des CAG stand kürzlich zu lesen, dass alle Schüler, die getestet worden waren und keinen Anruf vom Kreis-Gesundheitsamt bekommen hatten, wieder zur Schule kommen durften. Für alle Mädchen und Jungen, die nicht getestet wurden, hatte sich die Quarantäne bis Freitag, 9. Oktober, verlängert. Es sei denn, dem Gesundheitsamt wurde ein aktuelles negatives Testergebnis vorgelegt.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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