Cloppenburg - Vor dem Hintergrund der angepeilten 10 000 zusätzlichen Impfungen, die im Landkreis Cloppenburg bis zum 23. Dezember verabreicht werden sollen, appellierte Landrat Johann Wimberg an die Einwohner: „Lassen Sie sich impfen.“ Dafür soll es in den nächsten Wochen ausreichend Gelegenheit geben: In den drei Impfstützpunkten werden ab Freitag, 8 Uhr, jeweils zwei Aktionsimpfteams Impfspritzen verabreichen. Weitere zwei Impfteams werden – neben den mobilen Impfteams – Angebote in den Städten und Gemeinden des Landkreises machen. Die genauen Termine dazu folgen in den nächsten Tagen.

„Die Stimmung ist zunehmend aggressiv“, hat Prof. Dr. Joachim Schrader festgestellt, unter dessen Leitung die Sonderimpfaktion steht. „Wir wollen einen positiven Aufbruch starten.“ Er zeigte sich froh darüber, dass sich so viel medizinisches Personal und auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die den Einsatz unterstützen werden, dazu bereiterklärt hatten.

Das Ziel müsse es sein, „vor die Welle“ zu kommen. Das könne nur durch massive Booster-Impfungen gelingen – zumal noch unklar sei, wie gut diese auf die sich stark ausbreitende Omikron-Variante wirke. „Je mehr wir boostern, desto mehr Menschen schaffen wir in Sicherheit“, so Prof. Schrader.

Anmeldungen für die Sonderimpfaktionen sind über das Terminportal www.impfung-clp.de möglich. An diesem Prozedere halte der Landkreis fest, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Daher appellierte Wimberg an die Menschen, gebuchte Termine auch wahrzunehmen oder sie zu stornieren. Zudem gebe es von 17 bis 18 Uhr in den Impfstützpunkten die Gelegenheit, auch ohne Voranmeldung vorbeizukommen. Eine Gewähr für eine Impfung gebe es allerdings nicht. Eine freie Impfstoffwahl gibt es nicht. Verimpft wird vorwiegend der Impfstoff von Moderna, der nur für über 30-Jährige zugelassen ist. Es sei aber auch Impfstoff von Biontech geordert worden. Hier ist allerdings unklar, wie viele Dosen wann geliefert würden, betonte Dr. Lydia Kocar, Referatsleiterin im Kreishaus.

Die Kreisverwaltung wertet diese Sonderimpfaktion als Auftakt zu weiteren Aktionen, um das Angebot im Kreis zu erhöhen. Um die Impfquote zu steigern, seien „alle Aktionen“ willkommen. Jeder, der impfen könne und dürfe, sei eine Bereicherung, so Wimberg. Der Landrat machte aber erneut keinen Hehl aus seiner Einschätzung, dass die vom Robert-Koch-Institut geforderte 90-prozentige Impfquote nur durch eine allgemeine Impfpflicht erreicht werden könne. Restriktionen wie die Weihnachtsruhe und Beschränkungen für die Gastronomie und den Einzelhandel dürften „keine Dauerschleife“ werden. Nicht die Diskussion um die Impfpflicht spalte die Gesellschaft. Diese nicht einzuführen, würde viel eher zu einer Spaltung führen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)