Cloppenburg - Der Aufschrei gegen den geplanten Ausbau der Resthauser Straße (K 153) auch aus der Politik hat Ansgar Meyer, Baudezernent beim Landkreis Cloppenburg, doch einigermaßen erstaunt, sei diese Planung doch bei den Bereisungen immer besprochen worden. „Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen.“
Am Donnerstagabend stellte Meyer im Kreis-Verkehrsausschuss klar: „Es gibt keine Planung, die die Beseitigung der Allee vorsieht.“ Denn auch die Kreisverwaltung wisse um die Bedeutung dieser Allee und habe immer auf einen sensiblen Umgang hingewiesen. Meyer legte Wert auf die Feststellung, dass die Verwaltung im Auftrag der Politik die Ausbauplanungen betreibe.
Verbreiterung auf sechs Meter sowie die Verbreiterung des Radweges auf 2,50 Meter, um den wachsenden Verkehrsbedürfnissen gerecht zu werden – das würde wohl die Abholzung zahlreicher Bäume, jedenfalls auf einer Seite der Straße, erforderlich machen. Allerdings ist dieser Querschnitt notwendig, um Fördermittel für den rund 1,5 Millionen Euro teuren Ausbau einwerben zu können.
Laut Kreisverwaltung sei „ein wohlüberlegtes Vorgehen erforderlich“. Daher würden zunächst die Ausbaumöglichkeiten und Ausbauvarianten umfassend untersucht und dargestellt. Dafür laufen derzeit Kartierungsarbeiten, die im Herbst abgeschlossen sein sollen. Erst danach soll es in die konkrete Planung gehen. Dafür ist ein Ingenieurbüro beauftragt worden. Diese Ergebnisse sollen dem Verkehrsausschuss dann wieder vorgelegt werden.
In verschiedenen Anträgen hatten sich SPD, Grüne/UWG sowie der parteilose Michael von Klitzing für den Erhalt der Allee ausgesprochen. Grundsätzlich für den Erhalt ist auch die CDU-Fraktion. Laut Dirk Vaske gehören Alleen zum Landschaftsbild im Kreis Cloppenburg. Wenn allerdings im Ausbau „ein oder zwei Bäume“ gefällt werden müssten, müsse man das in Kauf nehmen. Dem von der Gruppe Grüne/UWG geforderten „vollständigen“ Erhalt der Allee könne die CDU nicht zustimmen. Das Wort wurde daher gestrichen.
Ferner wird die Verwaltung in dem CDU-Antrag beauftragt, die Notwendigkeit des Ausbaus im Lichte aktueller Verkehrszahlen zu überprüfen und Alternativen zum Ausbau, darunter auch einen vollständigen Verzicht auf einen Ausbau, dem Kreistag zur Beschlussfassung vorzulegen. Dieser CDU-Vorschlag fand – bei Enthaltung von Fabian Wesselmann (Grüne) – Zustimmung.
Für Wesselmann wird bei Straßenausbauprojekten grundsätzlich viel zu wenig über Eingriffe in Natur und Landschaft diskutiert. Hans Götting stellte klar, die CDU befürworte den Ausbau dort, wo er die Straßen sicherer mache und nicht – wie von Wesselmann unterstellt –, damit die Autos 100 km/h fahren könnten.
Prof. Dr. Lucien Olivier (CDU) stellte seine ganz eigene Version einer Lösung vor: Nach seiner Meinung könnte die Resthauser Straße zur Fahrradstraße erklärt werden, über die Stalfördener Straße könnte der zusätzliche Verkehr abgewickelt werden. Im vergangenen Jahr hätten 25 Prozent mehr Autofahrer an Bäumen entlang von Straßen ihr Leben verloren, machte der Mediziner deutlich und forderte, Verkehrssicherheit und den „weitgehenden“ Erhalt der Allee zusammenzubringen.
