Cloppenburg - Es fällt nicht leicht, jene Persönlichkeiten beim BV Cloppenburg herauszufinden, die am meisten für Furore gesorgt haben und die den nachhaltigsten Eindruck hinterließen. Schließlich kann der BVC auf eine über einhundertjährige Geschichte zurückblicken. Eine jener Persönlichkeiten ist sicherlich Bruno Ebel, der an diesem Sonntag, 12. Dezember, einhundert Jahre alt geworden wäre.
In Königsberg aktiv
Das Fußballspielen erlernte der am 12. Dezember 1921 geborene Ebel beim VfB Königsberg. „Die Kriegswirren verschlugen ihn 1945 nach Schwichteler“, heißt es in einem NWZ-Bericht über Ebel aus dem Jahr 1996. Beim BV Cloppenburg spielte er zunächst allerdings nicht Fußball, sondern von 1946 bis 1949 Feldhandball. Erst beim SV Emstek flammte seine Leidenschaft für den Fußball wieder auf. Mit dem SVE schaffte er als Spieler im Jahr 1952 den Aufstieg in die Amateurliga II. Gut ein Jahr später wechselte er zum BV Cloppenburg, wo er ebenfalls viele Erfolge feiern sollte. Im Jahr 1954 gelang ihm mit dem BVC der Aufstieg in die Amateuroberliga. Ebel bekleidete in der damaligen Cloppenburger Elf die Position des Mittelläufers. Erspielten sich die Cloppenburger Standards in der Nähe des gegnerischen Tores, marschierte Ebel mit nach vorne. Zum damaligen BVC-Training wurde der in Schwichteler wohnende Ebel von seinem Mitspieler Heinz-Richard Müller auf dessen Moped mitgenommen. Wenn sich die Möglichkeit nicht ergab, trat er den Weg auf Schusters Rappen an. Später zog Ebel nach Cloppenburg.
Trainerfach
Letztmalig spielte Ebel für den BVC im April 1956 im Heimspiel gegen die Sportfreunde Oesede. Bereits vor dem Spielbeginn wurde er vom damaligen Spielausschussobmann des BVC, Hans Busse, verabschiedet. Busse drückte Ebel einen Blumenstrauß in die Hand, sprach ihm zugleich den Dank aller BVC-Anhänger aus, schreibt die NWZ in ihrer Ausgabe vom 1./2. Mai 1956.
Nach seiner aktiven Spielerlaufbahn wechselte Ebel ins Trainerfach. Viele Jahre war er, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, als Trainer der ersten Herrenmannschaft des BV Cloppenburg aktiv. Mit dem Club feierte er unter anderem drei Triumphe im Bezirkspokalwettbewerb (1964, 1966 und 1967). Schon damals sah man Ebel selten ohne Zigarre, die durchaus zu seinem Markenzeichen wurde. Aus jener Zeit stammt auch eines der bekanntesten Zitate von Ebel, als er von einem Reporter der Lokalpresse auf die Taktik für das nächste Spiel angesprochen wurde: „Eine spezielle Taktik brauchen wir nicht. Wir haben Theo Rüve.“
Auch für den Niedersächsischen Fußballverband im Kreis Cloppenburg war Ebel in vielen Funktionen tätig. Zum Beispiel gehörte er dem Spielausschuss an. Aushilfsweise sprang er als Trainer beim VfL Löningen, beim FC Lastrup und in Scharrel in die Bresche, heißt es. Beruflich war Ebel über 25 Jahre lang an der Berufsbildenden Schule I in Cloppenburg als Hausmeister im Einsatz. Dem Fußball, und allgemein dem BVC, blieb er auch nach dem Ende seiner Trainerlaufbahn treu. Er war Mitbegründer der BVC-Altherrenabteilung und war noch mit über 70 Jahren als Betreuer der BVC-Oldies unterwegs. Ebel verstarb am 2. März 2013 im Alter von 91 Jahren.
