Cloppenburg - „Das Museumsdorf ist nicht nur ein Museum in Cloppenburg, sondern vor allem auch eines des Landes. Es ist das Flaggschiff in der Museumslandschaft Niedersachsens“: So kommentierte Landrat Johann Wimberg am Donnerstag in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Trägerstiftung „Museumsdorf Cloppenburg – Niedersächsisches Freilichtmuseum“ die Entscheidung des Bundes und des Landes, die grundlegende Sanierung und Modernisierung der Bestands-Gebäude und der Infrastruktur mit einem Millionenbetrag zu unterstützen.
Aus dem Topf darf das Museumsdorf keine Rückstellungen bilden, sondern muss die Maßnahmen in den nächsten Jahren kontinuierlich durchziehen.
Hälfte vom Bund
Drei Millionen Euro kommen vom Bund, der nur dann zahlt, wenn sich Land, die Landkreise Cloppenburg und Vechta sowie die Stadt Cloppenburg mit weiteren drei Millionen Euro beteiligen. Das Land hat bereits erklärt, dass es seinen Anteil von 2,4 Millionen Euro in den kommenden Doppelhaushalt einstellen werde.
Nach einem festgelegten Verteilerschlüssel muss der Landkreis nun noch 432.000 Euro beisteuern, die Stadt 120.000 Euro und der Landkreis Vechta 48.000 Euro. Es sei damit zu rechnen, dass sich die entsprechenden Gremien in den drei letztgenannten Kommunen dem nicht verweigern werden, meinte Wimberg.
Ein Rundgang durch das Museumsdorf zeigte am Donnerstag schnell, wo der Schuh drückt: Ein Baugerüst steht vor der Schmiede, hier ist schon der Giebel erneuert worden. Die Scheune des bereits 1938 im Museumsdorf wiederaufgebauten Hofes Hoffmann hat auf ihrem Reetdach eine blaue Plane, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit ins Gebäude kommt. Denn diese – weiß Museumschefin Dr. Julia Schulte to Bühne – ist auf Dauer der Tod für jedes Gebäude. Unter anderem würden so schnell Pilze und Käfer eingetragen.
Generalsanierung
Neben diesen beiden Beispielen von vielen steht auch die Generalsanierung des Hofes Haake – der Cappelner Hof wurde 1950 im Museumsdorf wiederaufgebaut – ganz oben auf der To-Do-Liste. Dazu kommen dann noch die zurzeit innen komplett gesperrte Kappenwindmühle und die Kokermühle, deren Umgang momentan blockiert ist.
Bessere Beleuchtung
Darüber hinaus ist das Geld unter anderem auch für eine Verbesserung der Wege-Beleuchtung und Investitionen in die Barrierefreiheit gedacht: Gerade älteren Leuten, die eine Abendveranstaltung im Dorf besucht haben, ist die Dunkelheit oft nicht geheuer.
Zudem sollen an ausgewählten Stellen Stromanschlüsse gelegt werden, damit beispielsweise bei der Gartenpartie Kühlschränke, Lichter oder elektrische Haushaltsgeräte besser angeschlossen werden können. „Wir werden im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Da hat seinerzeit natürlich noch niemand dran gedacht“, so Schulte to Bühne.
