Cloppenburg - Tief stößt der Longfront-Bagger in die rote Klinkerfassade des Gebäudes und legt den Blick auf die Kapelle des St.-Josefs-Hospitals frei. Die Abriss des ältesten Gebäudeteils am Cloppenburger Krankenhaus ist am Donnerstagmorgen gestartet, nachdem die Arbeiter monatelang mit der Entkernung beschäftigt waren.
So laufen die Abbrucharbeiten
Rund drei Monate werden die Abbrucharbeiten dauern, berichtet Thobias Jonas, Bauleiter des Abbruchunternehmens Oetjen aus Weyhe. Die Baustelle stelle derzeit noch keine großen Herausforderungen dar, die kommen bei den Schnittstellen zu den Gebäudeteilen, die erhalten bleiben.
Zunächst arbeitet sich der rund 50 Tonnen schwere Abbruchbagger vom Haupteingang in Richtung des Querriegels an der Straße Am Krankenhaus vor.
Für den Abriss der oberen Etagen erhält er einen Arm, der bis zu einer Höhe von 23 Metern reicht. Alleine die Betonschere, mit der derzeit dem Gebäude zugesetzt wird, ist 2,5 Tonnen schwer und schneidet problemlos durch Beton und Metall. Feine Wasserstrahlen an den Seiten des Schneidwerkzeugs binden den Staub ebenso wie eine Anlage, die am Boden ähnlich wie eine Schneekanone arbeitet und für feinen Regen sorgt.
Der Abstand zur Krankenhausstraße genüge, berichtet Bauleiter Jonas. Die halbe Höhe gilt dabei als Richtwert für den Abstand zur Straße. Nur die Logistik für den Abtransport des Schutts sei durch die schmale Einfahrt zum Gelände etwas eingeschränkt.
Das entsteht im zweiten Bauabschnitt
Im zweiten Bauabschnitt, der im Januar 2022 gestartet werden soll, werden im Erdgeschoss des Neubaus die Zentrale, der Haupteingang und weitere Untersuchungsräume geschaffen, ins erste Obergeschoss ziehen medizinische Untersuchungsräume und im zweiten, dritten sowie vierten Obergeschoss werden rund 50 Patientenzimmer geschaffen. Abgerückt ist man von den bisherigen Planungen, Dreibettzimmer zu schaffen.
Stattdessen sind auf den drei Etagen Einzelzimmer und 15 Zweibettzimmer geplant. Die ursprünglichen aus dem Jahr 2014 stammenden Pläne waren überarbeitet worden. Das hatte zu einer längeren Baupause geführt. Auch, um bessere Isolierungsmöglichkeiten von Patienten zu schaffen. Untersuchungs- und Behandlungszimmer waren nicht mehr ausreichend.
Das erfolgt im dritten Bauabschnitt
Die Bauzeit wird rund zweieinhalb bis drei Jahre betragen, bevor dann die dritte und letzte Baumaßnahme in Angriff genommen werden kann. Dann soll laut Geschäftsführer Andreas Krone der Umbau der OPs erfolgen. Die Sterilisation wird auf das Dach des OP-Gebäudes verlegt, und ein weiterer OP-Saal wird dann auf der dadurch frei werdenden Fläche errichtet.
Das sind die Kosten für die Baumaßnahme
Bei rund 50 Millionen Euro liegen die Gesamtbaukosten – nicht eingerechnet die Neurologie, für die es Initiativen gibt. Die könnte im fünften Obergeschoss des Neubaus eingerichtet werden.
