Cloppenburg - Mit etwas tränenerstickter Stimme und sichtlich gerührt hatte Johannes Bockhorst, Schulleiter der Oberschule Pingel Anton, am Montag nur Worte des Lobes für Niedersachsens Kultusminister Grant Henrik Tonne übrig. „Ich bin fast zu Tränen gerührt. Danke für das, was Sie leisten. Wir fühlen uns gut aufgehoben.“ „Ich habe noch nie so konkrete Anweisungen bekommen. Das Lob wollten wir weitergeben, Sie bekommen ja sonst bestimmt auch genug anderes zu hören“, ergänzte Kerstin Götting, Schulleiterin der Antonius von Padua Grundschule.
Geld bis 2024
Dieser Annahme stimmte der SPD-Politiker mit einem Schulterzucken zu. Anlass des Besuchs im Cloppenburger Rathaus war an diesem Montag die Übergabe von vier Bewilligungsbescheiden an die Stadt Cloppenburg. Mit etwa 185 0000 Euro im Gepäck war Tonne angereist, das Geld stammt aus dem „Digitalpakt Schule“. Insgesamt 1,1 Millionen Euro kann die Stadt als Träger der städtischen Schulen bis 2024 in die Digitalisierung stecken. Bisher wurden 336 000 Euro beantragt.
Geplant sind in einem nächsten Schritt digitale Endgeräte für die Schüler, erläuterten Bockhorst und Götting. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei ein Digitalisierungskonzept entwickelt worden, das auf jede einzelne Schule angepasst werde, so Götting.
Förderbescheide gingen an folgende Cloppenburger Schulen: 45 500 Euro für sechs interaktive Displays inkl. Dokumentenkamera an der Paul-Gerhardt-Grundschule; 58 400 Euro für sechs Displays an der Johann-Comenius-Oberschule; 72 900 Euro für zehn Displays an der Oberschule Pingel Anton; 7650 Euro für ein Display inkl. Dokumentenkamera für die Antonius-von- Padua-Grundschule.
Auch nach Holdorf zog es Kultusminister Tonne am Montag. 277 000 Euro konnte er übergeben. Die Mittel erhält der Schulträger für die Grundschule Barbara-Schule (44 000 Euro), die Grundschule Holdorf (81 000 Euro) sowie die Georg-Kerschensteiner-Schule (151 000 Euro).
Das Geld sei keine Reaktion auf die Corona-Krise, machte Tonne deutlich. Vielmehr solle das Lernen in der Schule mithilfe der digitalen Möglichkeiten unterstützt werden. „Die Digitalisierung verändert die Schule. Gerade jetzt merken wir aber auch, wie wertvoll es ist, in einem Raum zu lernen“, sagte der Kultusminister im Hinblick auf digitales „Homeschooling“. Er bezeichnete die Arbeit der Lehrer momentan als „herausfordernd“.
Gleichwohl konnte er noch keinen Ausblick geben, wie sich die Situation in den Schulen weiterentwickelt. Es gebe nicht nur den „einen Plan“, sondern mehrere Szenarien. „Wir wünschen uns so viel Normalität wie möglich. Aber das Virus ist nicht weg. Der Erfolg der bisherigen Maßnahmen muss gehalten werden“, warb Tonne am Rande des Pressetermins für ein behutsames Vorgehen im Bereich der Lockerungen. So werde alle zwei Wochen geprüft, welche Maßnahmen aufgrund des Infektionsgeschehens getroffen werden könnten.
Plan vor den Ferien
Vor der Sommerpause würden die Schulen Anweisungen bekommen, wie es nach den Ferien weitergehen werde. Tonne stimmt sich nach eigenen Angaben auch immer mit seinen Länderkollegen ab. Er wolle jedem Schüler gerecht werden. „Aus pädagogischer Sicht wäre es wünschenswert, alle Schüler wieder in der Schule zu haben“, beschrieb der SPD-Politiker das Ziel.
