Cloppenburg - „Naja, das macht sie halt“ – überrascht über die Kandidatur für den Cloppenburger Stadtrat von Katharina Emke dürfte wohl niemand gewesen sein, der die 22-Jährige kennt. Mit 486 Stimmen zog sie als jüngste Kandidatin in den Rat ein und landete damit auf Platz 8 der Christdemokraten. „Ich war sehr überrascht und froh über das Ergebnis. Ich bin mit einem Lächeln eingeschlafen und mit einem Lächeln aufgewacht“, sagt die frisch Gewählte.
Meinungen erwünscht
Die ersten Sitzungen ihrer Partei fand sie „sehr gut“. Vor allem gefällt ihr in der politischen Arbeit das Miteinander, das in der Fraktion herrscht. Alle Meinungen sind willkommen, Anregungen werden diskutiert und so manches Mal steht am Ende der Diskussion ein anderes Ergebnis als zunächst angenommen. „Wir wollen gemeinsam etwas erreichen. Wir versuchen gemeinsam, eine Lösung zu erarbeiten“, berichtet Emke.
Dass sie ihre politische Heimat in der CDU gefunden hat, obwohl gerade für Jüngere Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit zählen, ist für sie kein Gegensatz. Auch die CDU habe sich für die Arbeit den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben. Und auch für sie persönlich ist das Thema wichtig. „Bei vielen Sachen wird falsch angesetzt. Es braucht gar nicht immer die starken Maßnahmen“, sagt die 22-Jährige. Sie arbeitet als Kreisinspektorin seit August im Umweltamt des Landkreises Cloppenburg und sieht dort beispielsweise, welchen Effekt das richtige Mülltrennen auf die Umwelt haben kann. „Umweltschutz fängt in der Küche an“, plädiert sie für kleinere Maßnahmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Das wird auch ein Thema sein, für das sie sich einsetzen möchte.
Seit 2018 ist sie Mitglied in der Jungen Union. Politisch aktiv war sie aber auch schon als Jugendliche: Sie engagierte sich seit 2016 im Cloppenburger Jugendparlament. Damals war ihr Engagement eher eine „spontane Sache“. Durch die Mitwirkung der Jugendlichen im Sozialausschuss erhielt die 22-Jährige erste Einblicke in die politische Arbeit. „Ich fand’s faszinierend und spannend. Auch die Arbeit im Jugendparlament hat echt Spaß gemacht“, blickt Emke zurück.
Vor Ort einsetzen
Als sie dann in diesem Jahr gefragt wurde, ob sie für die CDU bei der Kommunalwahl antreten will, war sie sofort dabei. „Ich finde es wichtig, dass im Stadtrat auch Jüngere aktiv sind“, begründet sie ihre Entscheidung. Angst, zwischen den vielen Erfahrenen unterzugehen, hat Katharina Emke nicht. „Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich dafür einsetze, was hier vor Ort passiert. Jeder hat eine Meinung und das Recht, damit gehört zu werden.“
Vielseitig aktiv
Die 22-Jährige ist nicht nur politisch aktiv, auch als Messdienerin und in der Leiter-Runde bringt sie sich aktiv ein. Deswegen ist ihr eine Stärkung des Ehrenamtes in den kommenden fünf Jahren wichtig. „Man sollte auf das Ehrenamt stärker aufmerksam machen“, findet sie eine höhere Wertschätzung verbunden mit mehr Aufmerksamkeit wichtig. Auch Themen wie die Nachhaltigkeit, Schaffung von Bauland und von bezahlbaren Wohnungen oder die Verkehrssituation in der Stadt findet sie wichtig. Eine starke Stimme für die Jugend in Cloppenburg ist mit Katharina Emke auf jeden Fall in den Stadtrat eingezogen.
